Gemeinsames Kochen verbindet Geflüchtete und Hamburger bei *Welcome Dinner*

Emilia Neumann
Emilia Neumann
2 Min.
Ein spärlich besetzter Raum mit einem Tisch, der mit Tellern, Gläsern und Lebensmitteln gedeckt ist.Emilia Neumann

Gemeinsames Kochen verbindet Geflüchtete und Hamburger bei *Welcome Dinner*

"Willkommen Dinner" in Hamburg: Gemeinsames Essen verbindet Neuankömmlinge und Einheimische

Ein Hamburger Verein namens Welcome Dinner bringt Geflüchtete und Locals beim gemeinsamen Kochen und Essen zusammen. Das Ziel der Initiative: lockere, gleichberechtigte Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen schaffen. Eine Familie, die von solch einer Unterstützung profitiert, sind Kadir und Sevgi. Sie flohen aus der Türkei und versuchen nun, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.

Kadir, von Beruf Elektroingenieur, verließ die Türkei wegen politischer Verfolgung und wurde inzwischen offiziell als Flüchtling anerkannt. Gemeinsam mit seiner Frau Sevgi besucht er derzeit einen C1-Deutschkurs. Ihr Ziel ist klar: Mit dem Sprachzertifikat wollen sie wieder ins Berufsleben einsteigen.

Ihre beiden Söhne haben sich gut in Hamburg eingelebt – sie gehen gern zur Schule und fühlen sich in der Stadt wohl. Doch trotz dieser Fortschritte steht die Familie vor Herausforderungen, vor allem bei der Suche nach einer festen Bleibe. Ihr größter Wunsch bleibt ein eigenes Zuhause, doch der umkämpfte Hamburger Wohnungsmarkt macht es ihnen schwer.

Welcome Dinner wurde gegründet, um interkulturelle Begegnungen in zwangloser Atmosphäre zu fördern. Auf dem Höhepunkt 2015 organisierte der Verein rund 120 wöchentliche Treffen. Heute hat die Teilnahme nachgelassen – nur noch 20 bis 30 Veranstaltungen finden jährlich statt. Jede Woche erhalten die Mitglieder eine E-Mail mit Neuigkeiten und der Option, sich abzumelden.

An einem kürzlichen Sonntagabend veranstaltete Laura Trager ein "Blind Eat" – ein Abendessen für vier fremde Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen. Die Idee ist einfach: Menschen an einem Küchentisch zusammenbringen, gemeinsam essen und Verständnis füreinander entwickeln. Für Familien wie die von Kadir und Sevgi bieten solche Initiativen nicht nur soziale Unterstützung, sondern auch ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Das Projekt Welcome Dinner schafft weiterhin Möglichkeiten der Begegnung in Hamburg. Für Kadir und Sevgi bleiben Sprachkenntnisse und Netzwerke entscheidend für ihre Zukunft. Während sie auf ihr Zertifikat und eine stabile Wohnung hinarbeiten, sind Initiativen wie diese eine wichtige Brücke zwischen den Kulturen.

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