Streiks im öffentlichen Dienst: Niedersachsen und Bremen legen die Arbeit nieder
Leni SchröderStreiks im öffentlichen Dienst: Niedersachsen und Bremen legen die Arbeit nieder
Streiks im öffentlichen Dienst in Niedersachsen und Bremen: Beschäftigte fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen
In Niedersachsen und Bremen wird es in den nächsten Tagen zu Streiks im öffentlichen Dienst kommen. Die Gewerkschaft ver.di hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, nachdem sie höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für rund 284.100 Beschäftigte gefordert hatte. In beiden Bundesländern sind Kundgebungen und Streiks geplant, darunter eine große Demonstration am Donnerstagmorgen in Bremen.
Die Gewerkschaft verlangt eine monatliche Lohnerhöhung von sieben Prozent für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst, mit einer garantierten Mindesterhöhung von 300 Euro für Geringverdiener. Zudem fordert sie eine Erhöhung der Schicht- und Überstundenzuschläge um 20 Prozentpunkte sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten für den neuen Tarifvertrag (TV-L). Berufseinsteiger sollen zusätzlich 200 Euro monatlich erhalten und nach Abschluss ihrer Ausbildung unbefristete Verträge bekommen. Studierende in Teilzeitjobs sollen künftig durch einen neuen tariflichen Mindestlohn abgesichert werden.
Betroffen von den Streiks sind wichtige öffentliche Einrichtungen, darunter die beiden Universitätskliniken in Niedersachsen, Landesstraßenbau-Teams, die NPorts sowie Hochschulen. In Bremen beginnt die Kundgebung um 9:00 Uhr auf der Bürgerweide, mit Reden ab 9:30 Uhr und einem Demonstrationszug um 10:30 Uhr. Der Abschluss findet um 11:45 Uhr mit einer Kundgebung vor der Finanzbehörde des Senats statt.
Die aktuelle Streikwelle reiht sich in ähnliche Konflikte der vergangenen Jahre ein. 2023 organisierte ver.di in Nordrhein-Westfalen Streiks für eine monatliche Lohnerhöhung von 500 Euro und kürzere Arbeitszeiten. In Bayern gab es 2024 Arbeitsniederlegungen wegen inflationsausgleichender Lohnerhöhungen, während Hessen eine Anhebung des Mindestlohns um zehn Euro forderte. Die Verhandlungen in Baden-Württemberg führten 2025 zu einer siebenprozentigen Lohnerhöhung sowie einmaligen Sonderzahlungen. Typische Forderungen in diesen Tarifkonflikten umfassten zweistellige Lohnsteigerungen, die 35-Stunden-Woche und bessere Inflationsausgleiche.
Die Streiks werden den öffentlichen Dienst in beiden Bundesländern beeinträchtigen – betroffen sind unter anderem Krankenhäuser, Verkehr und Bildungseinrichtungen. Die Verhandlungen stecken weiterhin fest, da ver.di auf seinem Forderungspaket zu Löhnen und Arbeitsbedingungen beharrt. Das Ergebnis könnte wegweisend für künftige Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in ganz Deutschland sein.






