Luxus-Camping in Wangerland scheitert: Millionenverlust zwingt Region zum radikalen Umdenken
Emilia NeumannLuxus-Camping in Wangerland scheitert: Millionenverlust zwingt Region zum radikalen Umdenken
Gescheitertes Luxus-Camping-Projekt in Wangerland belastet Region mit Finanzsorgen und zwingt zum Umdenken im Tourismus
Ein gescheitertes Luxus-Camping-Projekt im niedersächsischen Wangerland hat die Region in finanzielle Turbulenzen gestürzt und einen Strategiewechsel im Tourismus erzwungen. Die Campingplatz-Schliersee, die wohlhabendere Gäste anlocken sollte, scheiterte an explodierenden Kosten und Missmanagement. Nun stehen benachbarte Einrichtungen – darunter ein großer Campingplatz und ein weiteres Thermalbad – zum Verkauf, während die Region um eine Erholung ringt.
Ursprünglich mit 8,8 Millionen Euro veranschlagt, verschlang die Campingplatz-Schliersee am Ende fast 23 Millionen Euro – fast das Dreifache der Planung. Die finanzielle Belastung trieb die Wangerland Touristik GmbH (WTG) im Sommer 2025 in die Insolvenz. Gegen einen ehemaligen WTG-Geschäftsführer wird nun wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Buchführungsverstöße ermittelt.
Auch das benachbarte Friesland-Thermalbad in Horumersiel musste im Oktober 2025 nach Geldmangel schließen. Die Immobilie ist bis heute unverkauft, doch die Kommune ändert nun die Bebauungspläne, um Investoren anzulocken. Statt das Bad wiederzubeleben, sollen Hotels, Restaurants, Wellnesszentren und Ferienwohnungen entstehen.
Um die finanzielle Last zu verringern, wurde zudem der Campingplatz Schillig – einer der größten und beliebtesten Deutschlands – zum Verkauf angeboten. Das Angebot umfasst den laufenden Betrieb, bestehende Pachtverträge und die gesamte Ausstattung. Gleichzeitig steht auch eine weitere Hallen-Wellenbad-Anlage in der Region aufgrund der anhaltenden Finanzkrise zum Verkauf.
Der Kollaps der Campingplatz-Schliersee hat in der Region eine breitere Wirtschaftskrise ausgelöst. Da nun zentrale Tourismusstandorte veräußert werden, überdenken lokale Verantwortliche ihre Strategie. Der Fokus verschiebt sich von hochpreisigen Camping-Projekten hin zu praxisnahen Vorhaben wie Hotels und Ferienunterkünften.






