Friseure in Niedersachsen kämpfen gegen Rückforderung von Corona-Hilfen
Leni SchröderFriseure wehren sich gegen Corona-Rückforderungsforderungen - Friseure in Niedersachsen kämpfen gegen Rückforderung von Corona-Hilfen
Tausende Friseurbetriebe in Niedersachsen sehen sich mit Forderungen konfrontiert, erhaltene Corona-Nothilfen aus dem Jahr 2020 zurückzuzahlen. Die Landesbank NBank besteht darauf, dass die Gelder von vornherein als rückzahlungspflichtig vorgesehen waren – doch viele Salonbesitzer geben an, sich die Rückzahlung schlicht nicht leisten zu können.
Der Streit hat nun zu einer Petition des Landesinnungsverbands des Friseurhandwerks Niedersachsen geführt, in der das Landesparlament aufgefordert wird, die Rückforderungsbescheide vollständig fallen zu lassen.
2020 hatte Niedersachsen rund 140.000 Anträge auf Soforthilfe bewilligt, mit einem Gesamtvolumen von etwa 908 Millionen Euro. Die Mittel sollten akute finanzielle Not in der Pandemie lindern – nicht jedoch Unternehmen besser dastehen lassen als zuvor. Die NBank hält nun jedoch daran fest, dass die Rückzahlungsbedingungen bereits in den ursprünglichen Richtlinien klar definiert waren.
Besonders betroffen ist die Friseurbranche. Mit über 7.500 Salons in der Region erhielten die meisten Betreiber Zuschüsse zwischen 9.000 und 15.000 Euro. Würden alle 7.500 zur Rückzahlung von je 9.000 Euro verpflichtet, summierte sich die Summe auf rund 67,5 Millionen Euro.
Viele Saloninhaber erklären, sie seien davon ausgegangen, dass es sich um nicht rückzahlbare Hilfen handelte, und kämpfen nun mit der unerwarteten finanziellen Belastung. Der Innungsverband hat daraufhin eine Petition an den Landtag gestartet und fordert die Politiker auf, auf die Rückforderungen zu verzichten.
Für diejenigen, die nicht sofort zahlen können, bleiben Optionen wie Ratenzahlungen oder Stundungen bestehen. Noch werden etwa 1.570 Widersprüche geprüft – die Entscheidungen hängen dabei vom Nachweis der wirtschaftlichen Notlage ab.
Der Streit um die Rückzahlungen zeigt, wie sehr kleine Unternehmen noch Jahre nach der Pandemie unter finanziellen Altlasten ächzen. Während die NBank an ihren Vorgaben festhält, kämpfen Salonbesitzer und der Innungsverband weiter um Entlastung. Über das Schicksal der Petition und der noch offenen Widersprüche wird sich entscheiden, wie viele Betriebe die Gelder letztlich zurückzahlen müssen.






