Lüneburgs Schulen stehen vor dem Wandel: Weniger Schüler, mehr Herausforderungen
Mila VoigtLüneburgs Schulen stehen vor dem Wandel: Weniger Schüler, mehr Herausforderungen
Die Stadt und der Landkreis Lüneburg haben einen gemeinsamen Schulentwicklungsprozess für allgemeinbildende weiterführende Schulen und berufliche Gymnasien gestartet. Ziel ist es, ein zukunftsweisendes Konzept zu erarbeiten, das den künftigen Bildungsbedarf deckt. Die Beratungsfirma paseo GmbH übernimmt die Projektleitung und ist für Moderation, Datenanalyse sowie die Ausgestaltung des Verfahrens verantwortlich.
Den Auftakt bildete ein Workshop am 4. Februar 2026, an dem Schulvertreter:innen, Politiker:innen und Verwaltungsmitarbeitende teilnahmen. Die Teilnehmer:innen analysierten die aktuelle Bildungssituation anhand von Daten, die von der Hansestadt Lüneburg, dem Landkreis und paseo zusammengetragen wurden. Als zentrale Erkenntnis zeigte sich ein Rückgang der Schülerzahlen an öffentlich finanzierten Gymnasien um 3,86 Prozent zwischen den Schuljahren 2021/22 und 2025/26 – besonders in den höheren Jahrgangsstufen. Ein weiteres Problem ist der hohe Anteil an Schüler:innen aus fremden Zuständigkeitsbereichen: An einigen Schulen kommen bis zu 50 Prozent der Jugendlichen von außerhalb des eigenen Verwaltungsgebiets.
In den Workshops wurde zudem der unterschiedliche Bedarf an sonderpädagogischer Förderung thematisiert. Im Schuljahr 2025/26 benötigten über 40 Prozent der Hauptschüler:innen eine solche Unterstützung, während der Anteil an Oberschulen bei 15,8 Prozent und an Gymnasien bei 2,2 Prozent lag. Drei weitere Workshops sind geplant, in denen konkrete Vorschläge und Lösungsansätze vertieft werden sollen.
Auf Basis der Ergebnisse wird paseo konsensfähige Empfehlungen erarbeiten, die sowohl praxistauglich als auch langfristig finanzierbar sein müssen, um eine nachhaltige Schulplanung zu ermöglichen.
Die abschließenden Handlungsempfehlungen werden die Zukunft der weiterführenden Schulen in Lüneburg prägen. Schulen, kommunale Träger und paseo arbeiten eng zusammen, um sicherzustellen, dass das Konzept den Bedürfnissen der Schüler:innen entspricht und gleichzeitig haushaltsverträglich bleibt. Der Prozess soll mit konkreten Umsetzungsschritten abgeschlossen werden.
Schlüssel-Schritte vor der Schulumbau in Lüneburg
Der gemeinsame Schulentwicklungsprozess in Lüneburg wurde vom Schulgrundsatzausschuss, einem gemeinsamen Gremium aus Stadt- und Landkreis-Führern, offiziell genehmigt. Vor der Workshop im Februar 2026 gab es zwei wichtige Schritte:
- Das Gremium genehmigte die gemeinsame Planungssoftware Primus Schule zur Verfolgung von Schülerströmen und -bedürfnissen.
- Beamte betonten langfristige, partizipative Planung, um Herausforderungen in Bezug auf Inklusion und Infrastruktur anzugehen.






