Rudolf Meyer Agrartechnik kämpft mit Schutzschirmverfahren um Überleben
Emma BeckerRudolf Meyer Agrartechnik kämpft mit Schutzschirmverfahren um Überleben
Rudolf Meyer Agrartechnik, Händler für Deutz-Fahr-Landtechnik, beantragt Eigenverwaltung
Das Landtechnikunternehmen Rudolf Meyer Agrartechnik hat ein Schutzschirmverfahren zur Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht Tostedt genehmigte den Schritt am 2. Februar 2026, um die finanzielle Stabilisierung des Betriebs zu ermöglichen. Wie Geschäftsführerin Sandra Meyer mitteilte, solle die Maßnahme durch notwendige strukturelle Anpassungen den langfristigen Erfolg des Unternehmens sichern.
Der Sitz des Familienbetriebs mit 56 Mitarbeitenden liegt in Halvesbostel und Sottrum (Niedersachsen). Mit einem Jahresumsatz von rund 17,5 Millionen Euro vertreibt das Unternehmen Maschinen der Marken Deutz-Fahr, Amazone, Pöttinger und Grimme. Doch wachsende finanzielle Belastungen – ausgelöst durch zurückgehende Investitionen der Landwirte, steigende Kosten und starken Wettbewerb – haben die Lage zugespitzt. Hohe Kapitalbindungen durch unverkaufte Deutz-Maschinen verschärften die Krise zusätzlich.
Das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an (Aktenzeichen: 22 IN 23/26) und bestellte den Rechtsanwalt Hendrik A. Könemann zum vorläufigen Sachwalter, um die Gläubigerinteressen zu wahren. Trotz des Verfahrens läuft der Geschäftsbetrieb weiter; die Löhne der Belegschaft sind über Insolvenzgeld abgesichert.
Das Sanierungskonzept sieht eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells, Schuldenregulierungen sowie Gespräche mit Partnern und potenziellen Investoren vor. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu erhalten und sich den aktuellen Marktbedingungen anzupassen.
Während der Restrukturierung bleibt der Betrieb handlungsfähig. Die anstehenden Verhandlungen mit Investoren und Gläubigern sollen die weitere Ausrichtung des Unternehmens prägen. Im Fokus stehen die Sicherung der Stabilität und die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit im Agrartechniksektor.






