Jungheinrich schließt Staplerwerk in Lüneburg trotz Rekordgewinnen bis 2027
Emilia NeumannJungheinrich schließt Produktion in Lüneburg - Jungheinrich schließt Staplerwerk in Lüneburg trotz Rekordgewinnen bis 2027
Jungheinrich kündigt Schließung des Staplerwerks in Lüneburg bis März 2027 an
Trotz starker Geschäftszahlen hat der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich beschlossen, sein Staplerwerk in Lüneburg bis März 2027 zu schließen. Das Unternehmen verzeichnete für das Jahr 2024 einen Gewinn von 289 Millionen Euro bei einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Rund 160 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, während die Produktion am Standort schrittweise eingestellt wird.
Die Anlage in Lüneburg wurde 1989 nach einer Investition von 12 Millionen D-Mark eröffnet und spezialisierte sich auf maßgefertigte Stapler sowie Kleinserien. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Produktionsmenge um 28 Prozent – ein stärkeres Wachstum als in anderen Werken wie Norderstedt oder Wien. Treiber waren Automatisierungsmaßnahmen und die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.
Nach vier Tagen Verhandlungen einigte sich Jungheinrich mit den Gewerkschaften auf ein Millionenpaket. Die Vereinbarung umfasst Abfindungen, die Gründung einer Transfergesellschaft für betroffene Beschäftigte sowie den Erhalt von 125 Arbeitsplätzen in den Bereichen Konstruktion und Verwaltung. Die IG Metall kritisierte die Werksschließung als "strategischen Fehler".
Während Umsatz und Gewinne 2024 stiegen, markiert die Entscheidung zur Schließung Lüneburgs eine Neuausrichtung der Produktionsstrategie des Unternehmens. Die Produktion am Standort wird innerhalb von drei Jahren eingestellt, wobei 160 Mitarbeiter entlassen werden. Die verbleibenden 125 Stellen bleiben zwar erhalten, doch die spezialisierte Fertigung endet. Das Abkommen soll den Übergang für die Belegschaft erleichtern, während Jungheinrich seine Operations anpasst.
Streiks und Arbeiterwiderstand gingen der Lüneburger Schließungsvereinbarung voraus
Lange Arbeitsniederlegungen gingen der angekündigten Schließungsvereinbarung voraus. Der Konflikt umfasste:
- Über 80 Streiktage, die die Produktion unterbrachen
- Eine Mehrheit der Arbeiter, die für einen unbefristeten Arbeitsstopp votierten
- Gewerkschaftskritik an der Entscheidung als 'strategischen Fehler', trotz ertragreicher Betrieb






