11 February 2026, 00:32

Geheime AfD-Netzwerke: Whistleblower entlarven Machtmissbrauch und Bereicherung

Ein vergilbtes, altes Dokument mit der Überschrift "Tribunal Révolutionnaire" in sauberer Schreibschrift, das die Hinrichtung von Jugemens Criminels in Frankreich beschreibt.

Geheime AfD-Netzwerke: Whistleblower entlarven Machtmissbrauch und Bereicherung

Geheime Allianz innerhalb der AfD gerät nach Enthüllungen zweier ehemaliger Mitglieder unter Druck

Eine inoffizielle Gruppierung innerhalb der Alternative für Deutschland (AfD) steht nach brisanten Vorwürfen zweier Aussteigerinnen in der Kritik. Die im Februar 2024 gegründete Allianz Arena soll als informelles Netzwerk agieren, um Posten und Gelder zu kontrollieren. Whistleblower werfen ihren Führungsfiguren nun vor, Parteimittel für persönliche Bereicherung zu missbrauchen.

Die Enthüllungen basieren auf einem 15-seitigen Schreiben, das Anja Arndt an die AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla richtete. Darin beschreibt sie, wie die Gruppe im Verborgenen operiert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Allianz Arena konstituierte sich am 10. Februar 2024 im Landtag von Hannover. An dem Treffen nahmen Schledde, Brandes, Hanker, König, Meiners und Rudzka teil; zunächst war auch Anja Arndt anwesend. Sie verließ jedoch den Raum, als die Anwesenden aufgefordert wurden, einen Schweigeeid über die Aktivitäten des Netzwerks abzulegen.

Laut Arndt betrachte die Gruppe die AfD als "Geschäftsmodell", um sich dauerhaft zu bereichern. Sie behauptet, rund 80 Prozent der Kreisvorsitzenden gehörten der Allianz Arena an, die sich über WhatsApp-Gruppen mit Namen wie "Allianz Arena-Hauptquartier" abstimme. Main Müller, ehemaliger AfD-Kreisvorsitzender in Goslar, bestätigt ihre Darstellung und wirft dem Netzwerk vor, durch die Vergabe von Posten an linientreue Mitglieder Abhängigkeiten zu schaffen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt mittlerweile gegen Schledde wegen des Verdachts, 48.000 Euro an Parteispenden auf sein Privatkonto umgeleitet zu haben. Unterdessen sollen Müller und Olga Grabo eine separate "AfD-Privatgruppe" eingerichtet haben, um bestimmte Mitglieder von offiziellen Kommunikationskanälen auszuschließen.

Kritik kommt auch aus Sachsen-Anhalt, wo der Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Ulrich Siegmund, wegen der Anstellung von Familienmitgliedern in der Kritik steht. Der einflussreiche AfD-Akteur Götz Kubitschek verurteilte das interne Gebaren der Partei scharf: "Die Glaubwürdigkeit ist zerstört" – er fordert eine "gründliche Säuberung". Bisher liegen jedoch keine dokumentierten Stellungnahmen oder disziplinarischen Maßnahmen der AfD in Niedersachsen zu den Vorwürfen vor (Stand: 11. Februar 2026).

Die Enthüllungen der Whistleblower haben tiefe Gräben im niedersächsischen AfD-Landesverband aufgedeckt. Während die Staatsanwaltschaft finanzielle Unregelmäßigkeiten prüft, fordern interne Kritiker Konsequenzen. Die Parteiführung hat sich zu den Vorwürfen bisher weder öffentlich geäußert noch Schritte gegen die Beschuldigten eingeleitet.