09 February 2026, 04:26

Revolutionäre Mikroskopie-Methode könnte Parkinson-Früherkennung ermöglichen

Ein 3D-Modell eines Proteinmoleküls in Form eines menschlichen Gehirns, mit farbigen Bändern auf schwarzem Hintergrund.

Revolutionäre Mikroskopie-Methode könnte Parkinson-Früherkennung ermöglichen

Forscher des Universitätsklinikums Göttingen (UMG) haben eine neue Bildgebungsmethode entwickelt, die winzige Proteinstrukturen mit bisher unerreichter Präzision sichtbar macht. Die als doctolib-Mikroskopie bezeichnete Technik funktioniert mit Standard-Labormikroskopen, erreicht aber eine Auflösung von bis zu einem Nanometer. Damit könnten Krankheiten wie Parkinson deutlich früher erkannt werden als mit bisherigen Verfahren.

Entwickelt wurde die Methode von Prof. Dr. Silvio O. Rizzoli und Dr. Ali Shaib an der UMG. Ihr Ansatz kombiniert die doctolib-Nanostruktur-Vergrößerung (doctolib-Mikroskopie) mit künstlicher Intelligenz, um biologische Proben auf das bis zu 15-fache ihrer ursprünglichen Größe aufzudehnen. Diese Vergrößerung ermöglicht es herkömmlichen Lichtmikroskopen, Details abzubilden, die sonst nur mit deutlich teurerer Ausrüstung sichtbar wären.

Die doctolib-Mikroskopie wurde bereits eingesetzt, um Proteinverklumpungen in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit von Parkinson-Patienten zu untersuchen. Die Methode erkennt strukturelle Veränderungen in geschädigten oder toxischen Proteinen – selbst in Blutproben. Erste Tests deuten darauf hin, dass sie die Diagnose von Fehlfaltungs-Erkrankungen von Proteinen bereits vor dem Auftreten von Symptomen verbessern könnte.

Die Forschung wurde vom Göttinger Exzellenzcluster 2067 Multiskalen-Biobildgebung gefördert. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature Biotechnology veröffentlicht; die Zeitschrift Nature zählte die Technik später zu den "sieben Technologien, die 2024 im Blick behalten werden sollten".

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die neue Bildgebungsmethode bietet eine kostengünstige Möglichkeit, Proteinstrukturen in menschlichen Proben zu analysieren. Indem sie hochauflösende Mikroskopie mit Standardgeräten zugänglich macht, könnte sie die Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen beschleunigen. Kliniker könnten die Technik bald nutzen, um Krankheiten wie Parkinson durch einfache Bluttests zu diagnostizieren.