04 March 2026, 21:11

vdek kritisiert geplante Apothekenreform als kostentreibend für die GKV

Ein blauer Hintergrund mit wei├čer Schrift und einem Logo, das "19 Millionen Amerikaner werden sch├Ątzungsweise 400 USD pro Jahr an Arzneimittelkosten sparen" lautet.

vdek kritisiert geplante Apothekenreform als kostentreibend für die GKV

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat auf den Entwurf des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) mit einer Mischung aus Zustimmung und Kritik reagiert. Zwar unterstützt die Organisation zentrale strukturelle Reformen, warnt jedoch vor möglichen finanziellen Risiken und unnötigen Kostensteigerungen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Der vdek argumentiert, dass einige Maßnahmen – wie erweiterte Substitutionsregeln und eine neue Umlage – die Haushalte im Gesundheitswesen belasten könnten, ohne dass ein klarer Nutzen erkennbar sei.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Grundsätzlich befürwortet der Verband das im Gesetzesentwurf vorgesehene Modell der Selbstverwaltung für Vergütungsverhandlungen. Gleichzeitig pocht er auf klarere Vorgaben, um übermäßige Ausgaben in der GKV zu verhindern. Abgelehnt wird eine gesetzlich verbindliche Definition bestimmter pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL), da dies die Selbstregulierungskräfte des Gesundheitssystems schwächen würde.

Besondere Sorge bereitet dem vdek die geplante Umlage von 20 Cent pro Packung für Notdienste. Diese sei unnötig, so der Verband, und schlägt stattdessen vor, nicht genutzte Rücklagen aus dem Fonds für pharmazeutische Dienstleistungen zur Deckung der gestiegenen Kosten für Nacht- und Notdienstpauschalen einzusetzen. Aktuell erhalten Apotheken 550 Euro pro Notdienst sowie 8,35 Euro pro Rezept – eine geplante Erhöhung auf 9,50 Euro würde die GKV jährlich mit rund 875 Millionen Euro zusätzlich belasten.

Kritisch sieht der vdek auch die geplante Ausweitung der Austauschbefugnis von Apothekern bei kostengünstigen Arzneimitteln. Die bestehenden Rahmenverträge böten bereits ausreichend Flexibilität in der Arzneimittelversorgung, so die Organisation. Zudem lehnt sie die Streichung der rückwirkenden Nullpreis-Anpassungen (Nullretaxationen) ab und warnt vor weiteren finanziellen Belastungen.

Um die Notdienstzuschläge zu sichern, schlägt der vdek vor, den pDL-Fonds vollständig aufzulösen. Die vorhandenen Rücklagen könnten notwendige Erhöhungen finanzieren, ohne dass neue Abgaben eingeführt werden müssten.

Die Stellungnahme des vdek zeigt sowohl Unterstützung für die Reform als auch Bedenken hinsichtlich steigender Kosten. Die Organisation appelliert an die Politik, Maßnahmen zu vermeiden, die zu einer unverhältnismäßigen Belastung der GKV führen könnten. Stattdessen sollte auf bestehende Mittel zurückgegriffen werden, um die Notdienstvergütung ohne zusätzliche finanzielle Belastungen aufrechtzuerhalten.