Wietzendorf bleibt ohne Post – und die Deutsche Bahn sucht verzweifelt Lösungen
Emilia NeumannWietzendorf bleibt ohne Post – und die Deutsche Bahn sucht verzweifelt Lösungen
Wietzendorf verliert letzten Postservice – Gemeinde ohne Anschlussperspektive
Ende 2023 schloss Wietzendorf seinen letzten Postdienst, sodass die Gemeinde seitdem ohne offizielle Poststellen dasteht. Der Standort wurde aufgegeben, nachdem Anita Hillmer, die den einzigen Annahmepunkt des Dorfes betreut hatte, in den Ruhestand ging. Seitdem müssen die Einwohner für grundlegende Postdienstleistungen in benachbarte Städte ausweichen – ein Novum für eine Gemeinde im nördlichen Heidekreis, die erstmals mit einer solchen Versorgungslücke konfrontiert ist.
Die Schließung in Wietzendorf ist Teil eines größeren Trends im Heidekreis: Bis Ende vergangenen Jahres wurden vier Postfilialen im Landkreis geschlossen. Lediglich Soltau konnte einen Ersatz sichern, wo das Schreibwarengeschäft Papier Ehlen die Dienstleistungen übernahm. An anderen Standorten laufen weiterhin Gespräche, um die Angebote wiederherzustellen.
Obwohl die Deutsche Bahn ein privates Unternehmen ist, bleibt sie an die Post-Universaldienstleistungsverordnung gebunden. Diese schreibt vor, eine Mindestzahl an Filialen zu unterhalten und Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern zu versorgen. Bundesweit bedient sich das Unternehmen dafür rund 12.600 Partnerstandorten. Doch in kleineren Orten wie Wietzendorf gestalten sich Lösungen schwieriger.
Lokale Vertreter verhandeln derzeit mit der Deutschen Bahn über die Wiedereröffnung einer Filiale. Als möglicher Standort gilt Coworking Spaces Honnigwaav, ein konkretes Startdatum steht jedoch noch nicht fest. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, würde der Standort voraussichtlich direkt von Mitarbeitern des Unternehmens betrieben – eine Maßnahme, die die Deutsche Bahn in der Regel als Übergangslösung betrachtet. Gleichzeitig erhöht der Wettbewerb durch Paketstationen und konkurrierende Zustelldienste den Druck, eine dauerhafte Lösung zu finden.
Bis auf Weiteres müssen die rund 2.300 Einwohner Wietzendorfs ohne lokale Postfiliale auskommen. Gemeinde und Deutsche Bahn suchen noch nach einem Ersatz, doch ein verbindlicher Zeitplan fehlt. Bis dahin erinnern lediglich die sieben verbliebenen Briefkästen des Dorfes an seine postgeschichtliche Vergangenheit.






