Niedersachsen führt 2026 ökumenisches Schulfach Christliche Religion ein
Emma BeckerNiedersachsen führt 2026 ökumenisches Schulfach Christliche Religion ein
Niedersachsen führt ab August 2026 neues Schulfach Christliche Religion ein
Ab August 2026 wird Niedersachsen als erstes Bundesland ein neues Schulfach mit dem Namen Christliche Religion einführen. Das bisher einzigartige Konzept ersetzt den bisherigen konfessionell getrennten Unterricht in evangelischer und katholischer Religionslehre durch einen gemeinsamen ökumenischen Ansatz. Das Fach richtet sich an Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse und vermittelt vorrangig christliche Lehren, bezieht aber auch andere Weltanschauungen mit ein.
Der Lehrplan entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Landeskirchen, katholischen Diözesen und der Landesregierung. Die derzeit bis April 2026 in der Prüfung befindlichen Entwürfe umfassen rund 130 Themen in fünf zentralen Bereichen: Identität, Gemeinschaft, Sinn und Glaube, Handeln sowie Freiheit und Zukunft. Zwar bilden biblische Texte und theologische Traditionen den Kern des Unterrichts, doch nur fünf Einheiten behandeln direkt die Person Jesu.
Das Fach soll praxisnah und alltagsrelevant gestaltet werden, mit christlichen Werten im Mittelpunkt. An weiterführenden Schulen wird zusätzlich erarbeitet, wie sich diese Werte zu anderen Religionen und Weltanschauungen verhalten. Verantwortliche betonten, dass die christliche Lehre weiterhin im Zentrum stehe, und wiesen Vorwürfe zurück, sie werde vernachlässigt.
Die endgültige Freigabe der Lehrpläne erfolgt nach gemeinsamen Beratungen mit den Kirchen. Kritiker hinterfragen die Aufnahme von Themen wie Scharia-Recht oder den Klimazielen der UNO, während Befürworter argumentieren, der Lehrplan spiegle moderne Herausforderungen wider. Die Hamburger Bildungsbehörde warf Medien vor, die Veränderungen übertrieben darzustellen.
Das neue Fach wird ab dem kommenden Jahr flächendeckend an niedersächsischen Grund- und weiterführenden Schulen eingeführt. Es löst die bisherige konfessionell getrennte Religionslehre ab und setzt stattdessen auf eine einheitliche christliche Ausrichtung. Schulen und Kirchen werden die Pläne bis zur Umsetzung gemeinsam finalisieren.






