05 March 2026, 18:14

Philippe Starcks skurrile Architektur in Andalusien und Metz polarisiert mit Witz und Üppigkeit

Ein Plakat, das ein Humor-Salon in Paris, Frankreich, bewirbt, mit Text, der die Angebote des Salons beschreibt.

Sogar Opulenz kann ein bisschen Humor vertragen - Philippe Starcks skurrile Architektur in Andalusien und Metz polarisiert mit Witz und Üppigkeit

Philippe Starck, der Designer, der einst mit verspielt-postmodernen Kreationen berühmt wurde, verbindet heute Humor mit kühner Üppigkeit in seinen neuesten Projekten. Seine jüngsten Werke reichen von einem auffälligen Olivenölmuseum in Andalusien bis hin zu einer skurrilen Dachvilla in Metz. Beide Entwürfe tragen seine unverwechselbare Mischung aus Witz und wagemutigem Stil.

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Dieser Wandel spiegelt Starcks Überzeugung wider, dass Extravaganz, wenn sie unvermeidbar ist, wenigstens unterhaltsam und lebensfroh sein sollte.

Sein Olivenölmuseum in Andalusien fällt durch die erdrote, turmhohe Fassade auf, die wie ein gewundener Wurm geformt ist. Ein riesiges, graviertes Auge wacht über die Besucher, während ein phallusförmiger Wasserbrunnen den Eingang markiert. Der Entwurf spielt mit kühnen Formen und symbolträchtigen Akzenten – und verwandelt ein einfaches Museum in ein Gesprächsthema.

In Metz, Frankreich, thront seine Villa Maison Heler auf einem Hotel, erbaut aus Aluminium und gekrönt von spitzen Türmchen. Buntglasfenster tauchen das Innere in farbiges Licht, und ein ruhiger Garten umgibt das Gebäude. Trotz ihres märchenhaften Aussehens sind Zimmer bereits für unter 100 Euro pro Nacht buchbar. Das Projekt vereint Fantasie mit Zugänglichkeit.

Starcks jüngste Arbeiten knüpfen an eine lange Tradition provokanter Entwürfe an. Zu seinen früheren Kreationen zählen eine Lampe, die auf einem goldenen Kalaschnikow-Gewehr balanciert, und eine dreibeinige Zitronenpresse, die zum Design-Ikone wurde. Selbst seine Misserfolge – wie ein wegen Rissen im Rahmen zurückgerufenes Fahrrad-Roller-Hybrid – zeigen seine Experimentierfreude.

Seit etwa 2018 erweitert er sein Schaffen um Architektur und öffentliche Installationen. Dazu gehören das Hotel Mama Shelter in Paris (eröffnet 2019) und die neugestaltete Innenausstattung des Pacha-Nachtclubs auf Ibiza (2020). Zudem führte er die Serie der "Good Night Lamp" in europäischen Städten ein – in Zusammenarbeit mit Entwicklern, die nachhaltige Materialien nutzen. Jedes Stück verkörpert seinen Glauben, dass Design Normen herausfordern sollte, ohne den Bezug zur Praxis zu verlieren.

Starcks neueste Projekte beweisen, dass Extravaganz noch immer überraschen und ergötzen kann. Museum und Villa ergänzen eine wachsende Liste von Werken, die mutige Ästhetik mit spielerischer Absicht verbinden. Sein Ansatz zeigt: Selbst in einer Zeit des Überflusses kann Design durchdacht bleiben – und dabei Spaß machen.