Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Deutschland
Emilia NeumannSein Leben in Bildern: Das ist Cem Özdemir - Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Deutschland
Cem Özdemir steht kurz davor, Deutschlands erster Ministerpräsident türkischer Herkunft zu werden. Sein Aufstieg folgt einem knappen Wahlsieg in Baden-Württemberg, wo die Grünen die CDU mit nur einem halben Prozentpunkt überflügelten. Das Ergebnis markiert einen historischen Moment für das Land und die deutsche Politik.
Özdemirs Weg in dieses Amt begann in Bad Urach, wo er in einer Arbeiterfamilie mit Migrationshintergrund aufwuchs. Frühe schulische Schwierigkeiten hielten ihn nicht davon ab, Sozialpädagogik zu studieren und in die Politik einzusteigen. 1994 wurde er als erster deutsch-türkischer Abgeordneter in den Bundestag gewählt und führte später ein Jahrzehnt lang gemeinsam die Grünen an.
Ein Skandal um Bonusmeilen und ein Privatkredit im Jahr 2002 führte zu einem vorübergehenden Rückzug in die USA und einem Wechsel ins EU-Parlament. 2013 kehrte er in den Bundestag zurück und war schließlich von 2021 bis 2025 Bundeslandwirtschaftsminister. Seine kurze Amtszeit als Bildungsminister festigte zudem seinen Ruf als Pragmatiker, der sich nicht an Parteilinien klammert.
Im Wahlkampf rückte Özdemir in den Mittelpunkt der Plakate seiner Partei und überstrahlte oft das Markenzeichen der Grünen. Seine gemeinsamen Auftritte mit dem scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann positionierten ihn als natürlichen Nachfolger. Grünen und CDU verfügen nun über gleich viele Sitze im Landtag, doch der knappe Vorsprung der Grünen ebnet Özdemir den Weg an die Spitze.
Das Wahlergebnis bestätigt Özdemirs langen politischen Weg – von den Wurzeln als Migrantenkind bis ins höchste Staatsamt. Sein Charisma und seine bodenständige Art waren entscheidend für seine Beliebtheit. Als Ministerpräsident wird er eine Regierung führen, in der die Macht zwischen Grünen und CDU geteilt wird.






