04 April 2026, 00:32

Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Umweltprobleme lösen – doch Hindernisse bleiben

Ein Schotterweg schlängelt sich durch ein grünes Agavenfeld, mit Bäumen, Bergen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Umweltprobleme lösen – doch Hindernisse bleiben

Eine neue Studie zeigt, dass nahezu alle landwirtschaftlichen Flächen in Niedersachsen für Agroforstwirtschaft geeignet wären. Forscher fanden heraus, dass fast ein Drittel dieser Gebiete von mehrfachen ökologischen und klimatischen Vorteilen profitieren könnte. Die Ergebnisse deuten auf einen vielversprechenden Ansatz hin, um die Umweltprobleme der Region zu bewältigen.

Niedersachsen sieht sich mit wachsenden Herausforderungen durch intensive Landwirtschaft konfrontiert, darunter Nitratbelastung, Bodenerosion und schwindende Artenvielfalt. Die sandigen und lösshaltigen Böden der Region in Kombination mit starken Winden und heftigen Regenfällen verstärken zudem das Erosionsrisiko. Agroforstwirtschaft – die Kombination von Bäumen und Sträuchern mit Ackerbau oder Viehzucht – könnte hier Abhilfe schaffen.

Die von der Deutschen Agroforstvereinigung (DeFAF) geleitete Studie betont, wie Gehölzstreifen den Nitrataustrag in Boden und Gewässer verringern. Bäume und Sträucher binden zudem Kohlenstoff, spenden Schatten und schaffen Mikroklimata, was besonders in den extrem heißen Sommern Südniedersachsens von Nutzen ist. Darüber hinaus fördert Agroforstwirtschaft die Artenvielfalt, indem sie Lebensräume, Nistplätze und Nahrung für Vögel und andere Tiere bietet.

Trotz des Potenzials bleiben Hindernisse: Hohe Anteile an Pachtland und geschützten Flächen könnten die Umsetzung bremsen. Zwar unterstreicht das ELAN-Projekt die Chancen der Agroforstwirtschaft, doch fehlen noch präzise Daten dazu, welche Flächen am besten geeignet sind oder welche Regionen am meisten profitieren würden.

Die Studie bestätigt, dass Agroforstwirtschaft die Klimaresilienz, Bodengesundheit und Artenvielfalt in Niedersachsen verbessern könnte. Da fast das gesamte Ackerland geeignet ist, bietet der Ansatz eine praktische Lösung für langjährige Umweltprobleme. Dennoch werden Nutzungsrichtlinien und weitere Forschung entscheiden, wie flächendeckend er sich umsetzen lässt.

AKTUALISIERUNG

New EU funding boost could accelerate agroforestry adoption in Niedersachsen

The EU has significantly increased financial incentives for agroforestry in 2026, raising the premium for maintaining agroforestry practices on arable and permanent grassland from €200/ha to €600/ha. This policy shift addresses key barriers mentioned in the original study, including high proportions of leased land and the need for economic motivation to adopt agroforestry systems. The updated funding level could make it more viable for farmers in Niedersachsen to implement these environmentally beneficial practices.