Kemptener OB-Wahl wird zur satirischen Bühnenfarce mit scharfen Seitenhieben
Emilia NeumannKemptener OB-Wahl wird zur satirischen Bühnenfarce mit scharfen Seitenhieben
Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptener Oberbürgermeisterwahl auf die Schippe
Eine satirische Bühnenparodie hat die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl in Kempten auf humorvolle Weise seziert – und dabei sowohl die amtierende Bürgermeisterin als auch ihre Herausforderer ins Visier genommen. Mit überzeichneten Karikaturen wurden politische Figuren persifliert, darunter ein Seitenhieb auf die langjährige Blockadehaltung der CDU gegenüber lokalen Reformen. Im Mittelpunkt der Parodie standen Figuren wie "DonQuiSchoche" und "Frau Holle" Schrader.
Im Fokus der Darstellung stand die amtierende Oberbürgermeisterin Indra Baier-Müller – in der Satire als "Hausdrache" betitelt –, die nun eine dritte Amtszeit anstrebt. Ihre Kandidatur wird von der FDP unterstützt, die in der Vergangenheit wiederholt mit der CDU über städtische Projekte aneinandergeriet. Die Figur "DonQuiSchoche" karikierte den CDU-Politiker Bernd Schoche als realitätsfernen Träumer, der wie Don Quijote gegen Windmühlen kämpft – eine Anspielung auf die Konflikte zwischen 2014 und 2018, als Schoche sich gegen FDP-initiierte Vorhaben wie Radwege und ökologische Bauprojekte stemmte.
Doch auch die Mitbewerber kamen in der Parodie nicht besser weg: Katharina Schrader wurde als tollpatschige "Frau Holle" dargestellt, die planlos Herzen über die Stadt verstreut. Dominik Tartler galt als zu jung und unerfahren für das Amt. Franz-Josef Natterer-Babych erschien als eitelster Narzisst, der sich ständig im Spiegel bewundert. Selbst mögliche Nachfolger wie "Rechenstab" Eigstler und "Hai" Wilhelm blieben mit Fragezeichen versehen – ihre Eignung blieb unklar.
Ein mahnender Einspruch kam von "Hexe Mechthild", die warnte, ein Bürgermeisteramt sei kein Andenken, das man auf die leichte Schulter nehmen dürfe. Diese Warnung griff die historischen Spannungen um den CDU-Widerstand gegen Modernisierungsbestrebungen auf und deutete die Wahl als Entscheidung zwischen Stillstand und Fortschritt.
Die Parodie spiegelte damit die Herausforderungen der Kemptener Politik wider – insbesondere den Graben zwischen dem reformorientierten Kurs der FDP und der konservativen Haltung der CDU. Zwar trieb die Satire die Eigenschaften der Akteure ins Groteske, doch unterstrich sie zugleich die realen Debatten über die Zukunft der Stadt. Während die amtierende Bürgermeisterin nun mit Rückendeckung – und Spott – in ihre dritte Amtszeit strebt, bleibt die politische Gemengelage gespannt.






