12 February 2026, 14:46

Niedersachsens Betriebe verzweifelt: Jeder zweite Ausbildungsplatz bleibt leer

Ein gerahmtes Abschlusszertifikat auf einem Tisch mit Text, der den Abschluss angibt.

Jede fünfte Firma stellt Auszubildende ohne Schulabschluss ein - Niedersachsens Betriebe verzweifelt: Jeder zweite Ausbildungsplatz bleibt leer

Unternehmen in Niedersachsen kämpfen mit unbesetzten Ausbildungsplätzen

Fast die Hälfte der Betriebe in Niedersachsen konnte im vergangenen Jahr nicht genug Auszubildende gewinnen – ein neues Umfrageergebnis unterstreicht die wachsende Sorge über Qualifikationsdefizite bei Bewerbern. Immer mehr Unternehmen passen daraufhin ihre Einstellungspraktiken an und bieten zusätzliche Schulungen an.

Über 80 Prozent der Firmen nannten mangelnde Eignung der Kandidaten als Hauptgrund für die unbesetzten Stellen. Die größten Lücken zeigten sich bei sozialen Kompetenzen: 80 Prozent der Unternehmen beklagten hier Mängel, gefolgt von Mathematik und Naturwissenschaften (57 Prozent) sowie Sprachkenntnissen, Lese- und Schreibfähigkeiten (54 Prozent). Volker Schmidt, Geschäftsführer von NiedersachsenMetall, betonte, dass solide Sprachkompetenzen für den wirtschaftlichen Erfolg unverzichtbar seien. Gleichzeitig warnte er, dass die Notwendigkeit, grundlegende Defizite auszugleichen, die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe belaste.

Mittlerweile bieten mehr als drei Viertel der Unternehmen ihren Auszubildenden Zusatzqualifikationen an, während fast zwei Drittel eine sinkende Qualität der Bewerbungen feststellen. Die Herausforderungen veranlassen jedes fünfte Unternehmen dazu, auch Bewerber ohne Schulabschluss in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig erhielt mehr als ein Viertel der Betriebe überhaupt keine Bewerbungen auf ihre Ausbildungsstellen.

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Trotz der Schwierigkeiten stellen vier von fünf Unternehmen weiterhin Ausbildungsplätze zur Verfügung – jedes fünfte hat sein Angebot im Vergleich zum Vorjahr sogar ausgeweitet.

Die Umfrage offenbart eine deutliche Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Fähigkeiten der Bewerber in Niedersachsen. Da Betriebe zunehmend gezwungen sind, in grundlegende Qualifikationen zu investieren, wächst der Druck auf Produktivität und Flexibilität bei der Personalgewinnung. Die Entwicklung deutet auf die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft hin, um die Qualifikationslücken zu schließen.