06 March 2026, 10:20

Apotheker protestiert gegen "Beleidigung" durch Bundesregierung und fordert faire Reformen

Eine Apotheke namens 'Die Generics Apotheke' ist von Gebäuden, Strommasten, Kabeln, Werbetafeln, Topfpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße umgeben, unter einem klaren blauen Himmel.

Apotheker protestiert gegen "Beleidigung" durch Bundesregierung und fordert faire Reformen

Ein Apotheker aus Niedersachsen hat die jüngsten Pläne der Bundesregierung zur Apothekenreform scharf kritisiert. Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, bezeichnete den Gesetzentwurf als "direkte Beleidigung" für den Berufsstand. Seine Verärgerung speist sich aus Jahren finanzieller Belastungen für Apotheken – trotz eines milliardenschweren Überschusses im Gesundheitssystem.

Welzig hatte kürzlich an Gesundheitsministerin Nina Warken geschrieben, um seinen Unmut über den 3,5-Milliarden-Euro-Überschuss der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2022 zum Ausdruck zu bringen. Sein Argument: Dieser Überschuss sei maßgeblich durch Rabattverträge der Apotheken mit Arzneimittelherstellern zustande gekommen – doch das System belohne sie dafür nicht angemessen.

Die feste Apothekengebühr pro Rezept stieg 2024 zwar leicht von 8,35 auf 8,70 Euro an. Doch Branchenverbände wie die Bundesapothekerkammer betonen, dass dieser Anstieg bei Weitem nicht ausreicht, um die gestiegenen Kosten zu decken. Sie fordern umfassendere Reformen, darunter höhere Pauschalbeträge, modernisierte Abrechnungsmodelle und zusätzliche Vergütungen für Leistungen, die über die bloße Medikamentenabgabe hinausgehen.

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Hinzu kommt für Apotheker die zusätzliche Belastung, Patienten die oft verwirrenden Arzneimittelsubstitutionen erklären zu müssen – eine Aufgabe, die nicht selten zu Unsicherheit und Frustration führt. In manchen Fällen nehmen Patienten ihre Medikamente daraufhin nicht wie verordnet ein.

Unterdessen hält der GKV-Spitzenverband den Überschuss für zu gering, um die finanziellen Rücklagen wieder aufzubauen. Diese Haltung trägt wenig dazu bei, die Spannungen mit den Apothekeninhabern zu entschärfen, die sich in ihrer Leistung nicht ausreichend gewürdigt fühlen.

Der Streit offenbart tiefe Gräben bei der Frage, wie Deutschland seine Apothekenlandschaft finanziert. Angesichts steigender Betriebskosten und fehlender grundlegender Reformen fürchten viele Apotheker, dass ihre wirtschaftlichen Probleme anhalten werden. Der aktuelle Regierungsvorschlag geht nicht auf ihre zentralen Forderungen ein – etwa nach fairer Vergütung und Anerkennung ihrer erweiterten Rolle in der Patientenversorgung.

Quelle