04 March 2026, 19:06

EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung sorgen für heftigen Streit mit Händlern

Ein Etikett, das den Namen eines Autos anzeigt.

EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung sorgen für heftigen Streit mit Händlern

Der Plan der Europäischen Kommission für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung stößt beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auf scharfe Kritik. Die geplante Neuregelung, die eine ältere Richtlinie ersetzen soll, sieht vor, dass auch Gebrauchtwagen verpflichtend mit Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen gekennzeichnet werden müssen. Doch Branchenvertreter halten die Vorschriften für undurchführbar und sehen darin unnötige Hürden für Händler und Käufer von Gebrauchtwagen.

Ziel der Kommissionsreform ist es, Verbrauchern bei Fahrzeugkäufen transparente Daten zu Verbrauch und Emissionen an die Hand zu geben. Künftig sollen auch Gebrauchtwagen – wie bereits Neuwagen – einheitliche Kennzeichnungen tragen. Der ZDK bezeichnet den Vorstoß jedoch als praxisfremd.

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ZDK-Präsident Thomas Peckruhn warnt vor rechtlichen und praktischen Problemen bei der Umsetzung für Gebrauchtfahrzeuge. Viele ältere Modelle wurden nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Fahrzeuge dem strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen jedoch die Mittel, um zwischen diesen Systemen präzise umzurechnen.

Besonders schwierig wird es bei umgerüsteten Gebrauchtwagen, deren Originaldaten oft nicht mehr mit dem aktuellen Zustand übereinstimmen. Zuverlässige Verbrauchsangaben für solche Fahrzeuge liegen häufig nicht vor. Zudem lehnt der ZDK verpflichtende Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab und fordert, die Kennzeichnungspflicht auf Neuwagen zu beschränken.

Die Einwände des ZDK zeigen, dass die Kommissionspläne vor allem für kleine und mittlere Autohäuser Lücken aufweisen. Ohne klare Lösungen für die Umrechnung alter Daten oder die Bewertung umgerüsteter Fahrzeuge droht die Reform eher für Verwirrung als für Klarheit zu sorgen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Politik vor der Umsetzung nachbessert.