18 February 2026, 08:32

"Prozess gegen Deutschland": Soll die AfD verboten werden – oder ist es nur Theater?

Eine Zeichnung eines Gerichtssaals mit Menschen auf Stühlen und Stehplätzen, einem Podium mit Mikrofon auf der rechten Seite, Fenstern auf der linken Seite und Text unten.

"Prozess gegen Deutschland": Soll die AfD verboten werden – oder ist es nur Theater?

"Prozess gegen Deutschland": Umstrittene Veranstaltung in Berlin debattiert AfD-Verbot

In Berlin fand kürzlich eine umstrittene dreitägige Veranstaltung mit dem Titel "Prozess gegen Deutschland" statt, bei der diskutiert wurde, ob die rechtspopulistische AfD verboten werden sollte. Die inszenierte Anhörung unter der Leitung des Schweizer Regisseurs Milo Rau wurde von kurzfristigen Absagen überschattet, nachdem einige Redner es abgelehnt hatten, gemeinsam mit Vertretern des rechten Lagers aufzutreten. Die unerwarteten Rückzüge verstärkten die angespannte Atmosphäre der Veranstaltung, die von Herta Däubler-Gmelin, Deutschlands ehemaliger Bundesjustizministerin, geleitet wurde.

Milo Rau, bekannt dafür, Theater mit realen juristischen Themen zu verbinden, gestaltete die Veranstaltung wie ein Gerichtsdrama. In früheren Projekten wie "Die letzten Tage der Ceaușescus" oder "Das Kongo-Tribunal" ließ er reale Personen politische und rechtliche Konflikte nachspielen. Für "Prozess gegen Deutschland" brachte Rau AfD-Anhänger und -Kritiker zusammen, um ihre Standpunkte vor einer siebenköpfigen Jury zu vertreten.

Drei Tage lang wurden Argumente für und gegen ein AfD-Verbot ausgetauscht. Doch kurz vor Beginn zogen sich mehrere Redner zurück – mit der Begründung, nicht neben rechtsextremen Akteuren auftreten zu wollen. Trotz der Absagen bewertete die Jury die vorgebrachten Beweise und empfahl schließlich, eine offizielle Prüfung eines AfD-Verbots einzuleiten.

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Däubler-Gmelin verlieh dem theatralischen Format als Vorsitzende juristische Seriosität. Raus Ansatz, der oft populistische Medien und politischen Extremismus kritisch hinterfragt, machte aus der Veranstaltung sowohl ein künstlerisches Experiment als auch eine ernsthafte Debatte über Demokratie.

Der "Prozess gegen Deutschland" endete mit dem Jury-Vorschlag, eine mögliche Verbotsprüfung der AfD weiter zu verfolgen. Die kurzfristigen Absagen zeigten, wie tief die Gräben sind, wenn es um die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Positionen in der öffentlichen Debatte geht. Raus Methode, Theater und reale juristische Fragen zu verschränken, löste erneut Diskussionen darüber aus, wie Kunst politische Themen aufgreifen und konfrontieren kann.