Hubschrauber kartiert Niedersachsens Untergrund für Trinkwasser und Geothermie
Leni SchröderHubschrauber kartiert Niedersachsens Untergrund für Trinkwasser und Geothermie
Hubschrauber vermisst Untergrund zwischen Walsrode und Nienburg/Weser
Vom 16. bis voraussichtlich 25. Februar wird ein Hubschrauber das Gebiet zwischen Walsrode und Nienburg/Weser überfliegen. Die vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Niedersachsen durchgeführten Messflüge dienen der Erfassung geologischer Strukturen im Untergrund. Die gewonnenen Daten sollen den Schutz von Trinkwasserressourcen verbessern und die Planung von Geothermieprojekten unterstützen.
Dabei zieht der Hubschrauber eine etwa 30 Meter über dem Boden schwebende Großantenne hinter sich her. Mit der SkyTEM-Methode misst er die elektrische Leitfähigkeit der Gesteinsschichten bis in 300 Meter Tiefe. So lassen sich Materialien wie Sand, Kies, Ton oder Salzwasser identifizieren.
Die Flugrouten verlaufen systematisch in Ost-West-Richtung über eine Strecke von rund 1.000 Kilometern, wobei die einzelnen Messlinien etwa 300 Meter voneinander entfernt sind. Ziel ist es, urzeitliche Schmelzwasserrinnen aufzuspüren, die potenziell Süßwasser führende Grundwasserleiter oder salzhaltige Zonen bergen. Solche Erkenntnisse sind angesichts zunehmender Dürren und Klimaveränderungen entscheidend, um die Versorgung mit Grundwasser langfristig zu sichern.
Das LBEG setzt die SkyTEM-Technologie bereits seit fünf Jahren in verschiedenen Regionen Niedersachsens ein. Bisherige Erhebungen umfassten unter anderem die Aller-Leine-Niederung, das Hildesheimer Becken, die Weser-Aller-Region sowie Teile des Emslands (2024–2025). Die aufbereiteten Daten zu Grundwasserqualität, Neubildungsraten und Verbreitung werden auf dem NIBIS-Kartenserver öffentlich zugänglich gemacht.
Die Ergebnisse fließen in die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten ein und helfen bei der Planung und Dimensionierung von Geothermiebohrungen, um Energieprojekte effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
Die aktuelle Vermessung schließt Wissenslücken in der Hydrogeologie Niedersachsens. Die gewonnene Datengrundlage soll eine bessere Bewirtschaftung der Wasserressourcen und eine zielgerichtete Energieplanung ermöglichen. Das LBEG baut diese Erhebungen schrittweise auf weitere Gebiete des Landes aus.






