Apothekensterben in Deutschland: Warum bald die Medikamentenversorgung vor Ort fehlt
Emilia NeumannApothekensterben in Deutschland: Warum bald die Medikamentenversorgung vor Ort fehlt
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck – ausbleibende Gebührenerhöhungen bedrohen ihre Existenz. Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) warnt, dass ohne schnelles Handeln Patienten zunehmend Schwierigkeiten haben könnten, lebenswichtige Medikamente und Beratung in der Nähe zu erhalten. Die Bundesregierung hat es versäumt, die Vergütung für Apotheken anzuheben, wodurch viele Betriebe vor dem Aus stehen – mit gravierenden Folgen für die flächendeckende Gesundheitsversorgung.
In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Apotheken in Deutschland um etwa 18 Prozent gesunken. Allein in den vier Jahren unter der Ampelkoalition mussten rund 1.600 Apotheken schließen. Zwar bleibt unklar, welche Regionen am stärksten betroffen sind, doch der Trend löst Alarm aus: Die medizinische Grundversorgung droht weiter ausgedünnt zu werden.
Das Bundesgesundheitsministerium hat zwar wiederholt Gebührenerhöhungen für Apotheken angekündigt, doch bis heute fehlt die Umsetzung. Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) räumt ein, dass die Lage kritisch sei – doch die Bundesregierung zögert weiterhin, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Berend Groeneveld, Vorsitzender des LAV, betont, dass Apotheker planbare Finanzmittel benötigen, um ihre Kernleistungen aufrechtzuerhalten und neue Angebote auszubauen.
Ohne sofortige finanzielle Unterstützung kündigt der Verband eine Verschärfung der öffentlichen Kampagnen an, um Druck auf die Verantwortlichen auszuüben. Groeneveld macht deutlich, dass jahrelang stagnierende Gebühren die Apotheken in eine Kostenfalle getrieben haben. Der LAV fordert, die zugesagte Festgebühr ohne weitere Verzögerung einzuführen – andernfalls drohten weitere Schließungen und eine Verschlechterung der Patientenversorgung.
Die anhaltende Verzögerung bei der Gebührenanpassung verschärft die Apothekenknappheit und zwingt Patienten, weitere Wege für ihre Rezepte zurückzulegen. Apotheker brauchen verlässliche Einnahmen, um ihren Betrieb zu sichern und geplante Dienstleistungen einzuführen. Bleibt die Bundesregierung untätig, wird der Rückgang der Apotheken – und damit die Belastung für die öffentliche Gesundheit – voraussichtlich weitergehen.






