Wie Y-TITTY 2012 mit dem Anti-Duckface-Day einen Selfie-Trend zu Fall brachte
Emilia NeumannWie Y-TITTY 2012 mit dem Anti-Duckface-Day einen Selfie-Trend zu Fall brachte
Ein humorvoller Protest gegen einen beliebten Selfie-Trend fand am 22. Juli 2012 statt. Unter dem Namen Anti-Duckface-Day initiierte das deutsche Comedy-Trio Y-TITTY die Aktion, um gegen die weitverbreitete Angewohnheit zu protestieren, auf Fotos mit gespitzten Lippen zu posieren – eine Pose, die oft wegen ihres übertriebenen Stils belächelt wurde.
Der sogenannte "Duckface"-Look – gekennzeichnet durch vorgeschobene Lippen und einen schmatzenden Mund – entwickelte sich um 2012 zu einem Dauerbrenner auf Plattformen wie Instagram und Facebook. Vor allem junge Frauen übernahmen die Pose, nicht zuletzt beeinflusst durch Prominente. Studien deuteten sogar darauf hin, dass Profile mit diesem Gesichtsausdruck auf Dating-Seiten mehr Nachrichten erhielten.
Doch die Kritik an dem Trend wuchs: Gegner hielten ihn für eitel und abgedroschen. Bis 2014 hatte sich die öffentliche Meinung gewandelt – der Duckface galt plötzlich als überholt. Stattdessen setzten sich alternative Posen durch, etwa der "Fish Gape" (ein übertrieben offener Mund) oder ironische Filter wie das "Hundegesicht". Auch Memes wie das "Smize" (Lächeln mit den Augen) oder die "Selfie-Olympiade" machten die Runde und parodierten übertriebene Mimik.
Um ihre Haltung zu unterstreichen, riefen die Organisatoren des Anti-Duckface-Day dazu auf, das Profilbild gegen ein spezielles Abzeichen auszutauschen. Die Bewegung verbreitete sich online über einen eigenen Blog unter antiduckface.com und eine Facebook-Seite – eine spielerische Art, sich vom Trend zu distanzieren.
Der Anti-Duckface-Day spiegelte den Wandel in der Einstellung zu Social-Media-Posen wider. Die Aktion bot eine Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik und zeigte, wie sich die Selbstdarstellung im Netz veränderte. Mit der Zeit verschwand der Duckface-Trend, während neue Stile seinen Platz einnahmen.






