Gelbe Zwenke bedroht 300.000 Hektar Ackerland – Notfall-Herbizid Permit zugelassen
Mila VoigtGelbe Zwenke bedroht 300.000 Hektar Ackerland – Notfall-Herbizid Permit zugelassen
Deutsche Landwirte kämpfen erneut gegen die Gelbe Zwenke – ein aggressives Unkraut bedroht wichtige Kulturen
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine 120-tägige Notfallzulassung für das Herbizid Permit erteilt, um die Ausbreitung der Gelben Zwenke (Cyperus esculentus) auf großen Ackerflächen einzudämmen. Die invasive Pflanze, die sich unterirdisch über Triebe und Knollen rasant vermehrt, wird oft durch Landmaschinen in bisher unverseuchte Felder eingeschleppt. Besonders gefährdet sind Reihenkulturen wie Mais und Kartoffeln, was die Bekämpfung für Landwirte zur Herausforderung macht.
Laut offiziellen Daten vom März 2026 sind allein in Niedersachsen etwa 15.000 Hektar betroffen. Weitere große Befallsgebiete gibt es in Bayern (25.000 ha), Sachsen (8.000 ha), Brandenburg (12.000 ha) und Mecklenburg-Vorpommern (5.000 ha). Bundesweit sind mittlerweile über 300.000 Hektar verseucht, davon 250.000 Hektar in Niedersachsen.
Permit, dessen Wirkstoff Halosulfuron-methyl systemisch und selektiv über Blätter und Wurzeln aufgenommen wird, darf in diesem Jahr in einer Menge von 3.500 Kilogramm eingesetzt werden – genug für bis zu 100.000 Hektar. Das ist mehr als das Dreifache der 2025 genehmigten 1.050 Kilogramm für 30.000 Hektar. Die Anwendung unterliegt strengen Auflagen: Pro Hektar dürfen maximal 35 Gramm ausgebracht werden, aufgeteilt auf zwei Behandlungen in den Maiswachstumsstadien BBCH 14 und BBCH 16 mit einem Abstand von 7 bis 12 Tagen. Auf drainierten Flächen ist der Einsatz aus Umweltschutzgründen (NG 405) verboten.
Dr. Dirk Wolber empfiehlt, Permit mit einer Vorsaatbehandlung zu kombinieren und bei Bedarf eine Nachauflauf-Spritzung anzuschließen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Die Notfallzulassung unterstreicht die Dringlichkeit, die hartnäckige Gelbe Zwenke zu bekämpfen, bevor sie weitere Schäden auf Ackerland anrichtet.
Die 120-tägige Genehmigung ermöglicht Landwirten den Einsatz von Permit unter strengen Bedingungen, um die Ausbreitung der Gelben Zwenke einzudämmen. Angesichts der großen Befallsflächen soll die Maßnahme Mais, Kartoffeln und andere gefährdete Kulturen schützen. Eine genaue Einhaltung der Anwendungsvorschriften ist entscheidend, um wirksamen Unkrautschutz mit dem Umweltschutz in Einklang zu bringen.






