06 March 2026, 02:14

Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau kämpfen Angehörige um Gerechtigkeit und Aufklärung

Ein Plakat für eine Wohltätigkeitsbasar für Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten, mit Text zur Beschreibung des Ereignisses.

Erinnerung an die Opfer von Hanau - Wulff fordert Vielfalt - Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau kämpfen Angehörige um Gerechtigkeit und Aufklärung

Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau versammelten sich Angehörige und Freunde, um an Hamza Kurtović, eines der neun Opfer, zu erinnern. An der Gedenkveranstaltung nahm auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff teil, der zu entschlossenerem Handeln gegen Diskriminierung aufrief. Unterdessen kämpft die Familie Kurtović weiterhin um Gerechtigkeit und kritisiert die Ermittlungsführung.

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Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet, bevor er seine Mutter ermordete und sich selbst das Leben nahm. Der Anschlag erschütterte das Land und legte tief verwurzelte Rassismusprobleme offen.

Seitdem haben Familien wie die Kurtovićs immer wieder die Ermittlungsbehörden für Versäumnisse im Fall scharf kritisiert. Im vergangenen November reichten Armin Kurtović und seine Frau Dijana eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Sie werfen den Behörden vor, zentrale Aspekte des Anschlags ignoriert zu haben.

Die Tragödie wirkt bis heute in der Aktivismus-Szene nach: Serpil Temiz Unvar, deren Sohn Ferhat ebenfalls ermordet wurde, gründete die Bildungsinitiative Ferhat Unvar, um durch Aufklärung gegen Rassismus zu kämpfen. Doch die politischen Reaktionen bleiben zwiespältig – die Transparenz der Behörden wird von vielen infrage gestellt.

Bei der Gedenkfeier kritisierte Wulff, dass Deutschland Diskriminierung oft verharmlose. Er forderte eine klarere Haltung für Vielfalt und Toleranz. Seine Worte fielen in eine Zeit, in der rechtsextreme Kräfte, darunter die AfD, an Einfluss gewinnen – bei der hessischen Landtagswahl 2023 erzielten sie ihr bestes Ergebnis in Westdeutschland.

Der Anschlag von Hanau bleibt ein Wendepunkt im deutschen Umgang mit Rassismus. Die Angehörigen der Opfer fordern weiterhin Aufklärung, während Aktivist:innen nachhaltigen Wandel einfordern. Gleichzeitig prägt die Debatte über den Aufstieg rechtsextremer Gruppen die gesellschaftliche Diskussion.

Quelle