Neue Norderney-Fährlinie beantragt Insolvenz - "Meine Fähre" meldet Insolvenz an – doch die Schiffe fahren weiter
Die Fährreederei Meine Fähre hat wegen finanzieller Schwierigkeiten vorläufig Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das 2024 eine neue Verbindung nach Norderney aufgenommen hatte, kämpft nun mit Liquiditätsproblemen. Dennoch werden die Fahrten vorerst wie geplant fortgesetzt.
Meine Fähre wurde 2022 mit Unterstützung lokaler Hoteliers und einer Stiftung gegründet. Der Firmensitz befindet sich auf Norderney, wo der Betrieb mit dem Neubauschiff Meine Fähre 1 aufgenommen wurde, das auf einer Werft in Groningen gebaut worden war. Investoren hatten Berichten zufolge einen einstelligen Millionenbetrag in die Fähre investiert, die sowohl Personen als auch Autos transportieren kann.
Im Herbst 2023 führte das Unternehmen unter dem Motto Flexibel nach Norderney reisen seine neue Route ein. Bis dahin war die Reederei Norden-Frisia der einzige Anbieter auf der Insel gewesen und hatte mit großen Personen- und Autofähren den Verkehr bedient. Seit Meine Fähre auf den Markt gekommen ist, verzeichnet Norden-Frisia jedoch einen Rückgang der Passagierzahlen um 15–20 % auf ihren Hauptstrecken wie Borkum–Emden.
Dieser Rückgang führte 2025 zu einem Umsatzverlust von 10 Millionen Euro für Norden-Frisia, was Kostensenkungen und Stellenabbau zur Folge hatte. Meine Fähre hingegen hat bisher keine Passagierzahlen, Auslastungsdaten oder finanziellen Details veröffentlicht. Ein Sprecher bestätigte gegenüber der Ostfriesen-Zeitung die Insolvenzanmeldung und verwies auf drohende Zahlungsunfähigkeit. Der Antrag wurde beim Amtsgericht Aurich eingereicht. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu den Gründen der finanziellen Krise.
Die Insolvenzanmeldung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Meine Fähre um den Erhalt des Betriebs ringt. Zwar verkehren die Fähren weiterhin, doch die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss. Der Fall wird nun vom Gericht in Aurich geprüft.






