Neuer Bischofsvorsitzender in der Krise: Kann Wilmer die katholische Kirche retten?
Leni SchröderHeiner Wilmer führt katholische Bischöfe an - Neuer Bischofsvorsitzender in der Krise: Kann Wilmer die katholische Kirche retten?
Die katholische Kirche in Deutschland hat einen neuen Vorsitzenden gewählt – zu einer Zeit, in der die Mitgliederzahlen weiter drastisch sinken. Heiner Wilmer, der Bischof von Hildesheim und für seine progressive Haltung bekannte Theologe, übernimmt nun den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz. Seine Wahl fällt in eine Phase, in der die Kirche jährlich Hunderte Tausende Mitglieder verliert. Seit 2019 ist der Rückgang der katholischen Kirchenmitglieder in Deutschland steil: Damals zählte die Kirche noch rund 22,6 Millionen registrierte Mitglieder, doch bis Ende 2024 ist diese Zahl auf unter 20,3 Millionen gesunken. Jährlich treten zwischen 500.000 und 600.000 Menschen formal aus der Kirche aus. Die Forderungen nach Reformen werden unter deutschen Katholiken immer lauter. Viele fordern Veränderungen wie die Zulassung von Frauen zu geweihten Ämtern und die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Der 2019 gestartete "Synodale Weg", ein Reformprozess, sollte diese Themen angehen. Doch die Bischöfe bleiben an die Lehre des Vatikans gebunden, was ihre Handlungsmöglichkeiten für tiefgreifende Änderungen einschränkt. Innerhalb des Episkopats sind die Meinungen tief gespalten. Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln, eine führende konservative Stimme, lehnt Reformen strikt ab. Bischof Heiner Wilmer hingegen gilt als eine der prägendsten progressiven Stimmen. Der 64-Jährige setzt sich für eine Modernisierung der Sexualmoral ein, hat in seinem Bistum Frauen in Führungspositionen gebracht und unterstützt Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare. Wilmer folgt auf Georg Bätzing, der die Bischofskonferenz sechs Jahre lang leitete, sich aber gegen eine erneute Kandidatur entschied. Seine Wahl markiert einen Führungswechsel, doch die künftige Ausrichtung der Kirche bleibt ungewiss. Mit nunmehr weniger als 20 Millionen Mitgliedern steht die deutsche katholische Kirche vor anhaltenden Herausforderungen. Wilmers Führung könnte weitere Reformen vorantreiben, doch der Widerstand konservativer Kräfte bleibt bestehen. Letztlich wird die Autorität des Vatikans entscheiden, wie weit Veränderungen gehen können.






