11 February 2026, 22:39

Shell und BP setzen Milliarden auf Wasserstoff – doch fossile Energien bleiben Priorität

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

Shell und BP setzen Milliarden auf Wasserstoff – doch fossile Energien bleiben Priorität

Große Ölkonzerne stecken Milliarden in Wasserstoffprojekte in Deutschland – und das, obwohl sie ihre Investitionen in andere erneuerbare Energien gleichzeitig zurückfahren. Sowohl Shell als auch BP haben ehrgeizige Pläne vorgestellt: Shell sichert sich Strom aus einem Nordsee-Windpark für eine neue Wasserstofffabrik in der Nähe von Köln, während BP in Lingen einen großangelegten Elektrolyseur vorantreibt, obwohl das Unternehmen an anderer Stelle weiter auf fossile Brennstoffe setzt.

Shells jüngster Schritt umfasst einen Deal, bei dem ein Drittel des Stroms vom Offshore-Windpark Nordsee One genutzt wird. Die Energie soll das Refhyne 2-Projekt versorgen, eine Wasserstofffabrik, die derzeit nahe Köln entsteht. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.

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Auch BP treibt seine Wasserstoffpläne in Deutschland voran: Gemeinsam mit dem Industriepartner Bilfinger baut das Unternehmen in Lingen einen 100-Megawatt-Elektrolyseur. Ab 2027 soll die Anlage bis zu 11.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren – BPs bisher größtes und erstes vollständig eigenfinanziertes Projekt dieser Art.

Doch beide Konzerne setzen nach wie vor stärker auf Öl und Gas als auf andere erneuerbare Energien. BP hat Aktienrückkäufe ausgestzt, um die Gewinne in fossile Brennstoffe zu reinvestieren, wo die Margen höher sind als bei Solar- oder Windenergie. Shell, das sich ebenfalls wieder stärker auf Öl konzentriert, gibt Wasserstoff nicht vollständig auf. Analysten warnen jedoch, dass diese Doppelsstrategie langfristig Risiken birgt – insbesondere angesichts des wachsenden politischen und marktbedingten Drucks in Europa für sauberere Energielösungen.

Die Wasserstoffprojekte in Deutschland zeigen einen deutlichen Strategiewechsel bei Shell und BP. Beide Unternehmen balancieren zwischen Investitionen in fossile Energieträger und gezielten Engagements in grüner Technologie. Ihre Entscheidungen spiegeln die aktuellen Marktbedingungen wider, in denen Wasserstoff einen Kompromiss bietet: zwischen den traditionellen Ölgschäften und der steigenden Nachfrage nach klimafreundlichen Alternativen.