Braunschweiger Forscher entwickeln Chip-Labore zur Früherkennung von Alzheimer
Mila VoigtBraunschweiger Forscher entwickeln Chip-Labore zur Früherkennung von Alzheimer
Neues Forschungsprojekt an der Technischen Universität Braunschweig erforscht Ursachen altersbedingter Hirnerkrankungen wie Alzheimer
An der Technischen Universität Braunschweig ist ein neues Forschungsvorhaben gestartet, das die Ursachen altersbedingter Hirnerkrankungen wie Alzheimer aufdecken soll. Unter dem Namen Ing4Life ist die Initiative Teil des universitären Programms "Engineering for Health". Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln dort hochmoderne Werkzeuge, um Nervenzellen zu untersuchen und die Früherkennung von Krankheiten wie Alzheimer zu verbessern.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung miniaturisierter "Labs auf einem Chip" für Nervenzellen. Diese Geräte sollen winzige Elektroden enthalten, mit denen sich elektrische Aktivität hochpräzise messen lässt. Zudem arbeitet das Team an kompakten Lichtmodulen, die eine mikroskopische Beobachtung und gezielte Stimulation der Zellen ermöglichen.
Ing4Life erstellt eine Datenbank, um den Stoffwechsel gesunder und erkrankter Nervenzellen zu vergleichen. Durch die Analyse des zellulären Gleichgewichts hoffen die Forscher, neue Biomarker für die frühe Diagnose neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer zu identifizieren. Ziel ist es, bessere Einblicke in den Verlauf von Krankheiten wie Alzheimer zu gewinnen.
Die Initiative vereint Fachwissen aus den Bereichen Ingenieurwesen, Biologie, Pharmazie, Chemie, Physik, Medizin und Informatik. Zu den wichtigsten Partnern zählen das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) sowie das Leibniz-Institut DSMZ. Vor Ort kooperiert das Projekt mit dem Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS), dem Zentrum für Pharmazeutische Verfahrenstechnik (PVZ), dem Labor für aufstrebende Nanomesstechnik (LENA) und dem Nitrid-Technologiezentrum (NTC).
Stand Februar 2026 umfasst das Projekt 12 bestätigte Partner in Deutschland, Österreich und den USA. Weitere Forschungsstandorte sind München, Dresden, Wien und Boston.
Ing4Life strebt an, das Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer durch hochtechnisierte Forschungswerkzeuge voranzubringen. Die Ergebnisse könnten zu wirksameren Therapien und früheren Diagnosemethoden führen. Mit einem wachsenden Netzwerk internationaler Partner soll die Initiative in den kommenden Jahren ihre Reichweite weiter ausbauen.






