26 February 2026, 16:54

Sprachkurse für Geflüchtete gestrichen: Warum 130.000 Menschen jetzt leer ausgehen

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem Text.

Sprachkurse für Geflüchtete gestrichen: Warum 130.000 Menschen jetzt leer ausgehen

Sprachkursanbieter in Deutschland stecken in schweren finanziellen Schwierigkeiten – nach plötzlichen staatlichen Einschränkungen. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat trotz eines Etats von einer Milliarde Euro für Integration im Jahr 2026 die Neuanmeldungen für Zehntausende Geflüchtete und Asylsuchende gestoppt. Kritiker warnen, der Schritt könnte Jahre der Fortschritte bei der Eingliederung von Neuankömmlingen zunichtemachen.

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Im Februar 2026 erließ das BMI über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Weisung, die die Genehmigung für freiwillige Sprachkurse aussetzt. Nur noch Personen, die gesetzlich verpflichtet sind – etwa durch Auflagen der Jobcenter – erhalten eine Förderung. Von der Regelung ausgenommen sind Asylbewerber im Antragsverfahren, EU-Bürger und ukrainische Geflüchtete. Betroffen sind bundesweit rund 130.000 Menschen.

Das Ministerium begründet die Einschränkungen mit finanzieller Belastung – obwohl für dieses Jahr eine Milliarde Euro für Integrationsmaßnahmen vorgesehen war. Offizielle Stellen argumentieren, die Mittel sollten sich auf langfristig Bleibeberechtigte konzentrieren. Doch Kritiker wie Filiz Polat, stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss, werfen der Regierung vor, gezielt den Zugang zu essenziellen Sprachkursen zu blockieren.

Ohne diese Angebote wird es für Geflüchtete deutlich schwerer, qualifizierte Arbeitsplätze zu finden oder sich voll in die Gesellschaft einzubringen. Bleibt die Politik unverändert, bleiben 129.500 potenzielle Kursteilnehmer ohne Unterstützung – die meisten von ihnen Ukrainer und Asylantragsteller.

Die neuen Beschränkungen gefährden jahrelange Integrationsbemühungen. Sprachkenntnisse bleiben entscheidend für Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt, doch Zehntausende werden nun leer ausgehen. Die Anbieter, bereits unter finanziellen Druck, könnten durch sinkende Nachfrage und gekürzte Mittel weiter in die Krise geraten.