Vatikan blockiert Laienpredigten – deutsche Kirche protestiert gegen Ausschluss von Frauen
Leni SchröderVatikan blockiert Laienpredigten – deutsche Kirche protestiert gegen Ausschluss von Frauen
Der Vatikan hat einen Antrag der deutschen Bischöfe abgelehnt, Laienpredigten während der Messe zuzulassen. Die Entscheidung hat in Deutschland Kritik von katholischen Gruppen ausgelöst, die argumentieren, dass Frauen damit von einer zentralen Rolle in der Liturgie ausgeschlossen würden.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte um Erlaubnis gebeten, in Ausnahmefällen Laien die Halten von Predigten zu gestatten. Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für Gottesdienst und Sakramentenordnung, lehnte den Antrag schriftlich ab. Er betonte, das kirchliche Recht sehe die Predigt ausschließlich für Priester und Diakone vor.
Papst Franziskus hatte zuvor den „Synodalen Weg“, den deutschen Reformprozess, kritisiert. Er warnte davor, Entscheidungen von ideologischen Prinzipien leiten zu lassen. Der Synodale Weg hatte unter anderem Vorschläge wie Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare und die Frauenweihe vorgelegt.
Laienorganisationen in Deutschland setzen sich weiterhin für das Recht zu predigen ein. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, kündigte an, die Bischöfe in dieser Frage weiter zu drängen. Auch der Katholische Deutsche Frauenbund verurteilte die vatikanische Entscheidung als ausgrenzend.
Die Ablehnung bestätigt die bestehende Regelung, wonach nur Priester oder Diakone predigen dürfen. Deutsche Laienverbände bleiben jedoch entschlossen, diese Position infrage zu stellen. Die Debatte spiegelt die tiefer liegenden Spannungen zwischen Rom und der deutschen Kirche über Reformfragen wider.
