Osnabrücks Haushalt ächzt unter den Kosten für Kita-Ausbau und fehlenden Landeszuschüssen
Emilia NeumannOsnabrücks Haushalt ächzt unter den Kosten für Kita-Ausbau und fehlenden Landeszuschüssen
Kinderbetreuungsausbau belastet Osnabrücks Haushalt immer stärker
Die Stadtverwaltung Osnabrück warnt vor einer zunehmenden finanziellen Belastung durch den Ausbau der Kinderbetreuung. Seit 2009 hat die Kommune 113 Millionen Euro in neue Einrichtungen investiert, doch die Landeszuschüsse bleiben minimal. Nun fordern lokale Verantwortliche dringend Entlastung für die Kommunen.
Der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr löste eine massive Ausbauwelle aus. Zwar werden die Betriebskosten teilweise vom Land getragen, doch bei der Finanzierung des Neubaus von Kitas gibt es erhebliche Lücken. 2024 flossen keine Landesmittel für den Bau neuer Betreuungsstätten.
„Fast ein Skandal“: Stadt klagt über fehlende Unterstützung
Wolfgang Beckermann, ein Vertreter der Stadtverwaltung, bezeichnete die Situation als „beinahe skandalös“. Osnabrück habe seit 2009 stark investiert, vom Land aber nur knapp acht Millionen Euro erhalten. Die fehlende Kofinanzierung für den Bau lasse die Städte mit hohen Vorfinanzierungs- und langfristigen Folgekosten allein, kritisierte er.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, haben Stadt und Träger seit Sommer 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen: Fachkräfte werden ausgebildet, Quereinsteiger angeworben und Fortbildungen angeboten. Zudem gibt es Springerteams und Werbekampagnen. Dank dieser Bemühungen sind fast alle Stellen in den städtischen Kitas besetzt.
Finanzielle Schieflage bleibt ungelöst
Trotz dieser Erfolge betonte Beckermann, dass der finanzielle Druck für die Kommunen nicht tragbar sei. Er forderte das Land zum raschen Handeln auf und warnte: „Die Städte können die Kosten nicht länger allein schultern.“ Zwar sei die Personalsituation stabilisiert, doch die Finanzierungslücke bestehe weiter. Da 2024 keine Landesmittel für Kita-Neubauten bereitstehen, pocht Osnabrück auf eine gerechtere Kostenverteilung. Ohne schnelle Änderungen werde sich die Belastung für die kommunalen Haushalte weiter verschärfen, so die Stadt.






