Wolfenbüttels Stadtrat lehnt umstrittene Bibliotheksfusion ab
Ein Plan zur Fusion der Stadt- und Kreisbibliotheken Wolfenbüttels ist vom örtlichen Stadtrat abgelehnt worden. Der von der CDU-Fraktion eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, Kosten zu sparen und die Abläufe angesichts wachsender finanzieller Belastungen effizienter zu gestalten. Sowohl die Stadt als auch der Landkreis kämpfen mit erheblichen Haushaltsdefiziten, was zu Forderungen nach einer Zusammenlegung geführt hatte.
Aktuell unterhält Wolfenbüttel drei eigenständige Kultureinrichtungen: die Herzog August Bibliothek, die städtische Stadtbücherei sowie das Volkshochschul-Zentrum des Landkreises. Der CDU-Vorschlag sah vor, die Bestände der Stadt- und Kreisbibliothek zusammenzuführen, um Ausgaben zu reduzieren. Befürworter argumentierten, dass eine Fusion die Räumlichkeiten am Standort Harzstraße und im Bildungszentrum besser auslasten sowie logistische Kosten senken würde – insbesondere beim Transport von Büchern zwischen dem Bildungszentrum und dem Büchereibus.
Zudem sollte das Vorhaben kulturelle Dienstleistungen im Bereich Harzstraße zentralisieren. Allerdings lagen keine detaillierten Nutzerzahlen der Bibliotheken aus den vergangenen fünf Jahren vor, die den Plan hätten stützen oder widerlegen können. Trotz der vorgebrachten Argumente stimmte der Stadtrat mit deutlicher Mehrheit gegen die Fusion.
Die Ablehnung bedeutet, dass die Stadt- und Kreisbibliotheken vorerst eigenständig weiterarbeiten. Die finanziellen Herausforderungen bestehen fort, doch alternative Sparmaßnahmen wurden bisher nicht bekannt gegeben. Die Entscheidung bewahrt die bestehende Struktur der Wolfenbütteler Kultureinrichtungen.






