NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT gegen digitale Bedrohungen und Terrorismus
Emilia NeumannNRW-Polizei rüstet sich mit OSINT gegen digitale Bedrohungen und Terrorismus
Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt steht dabei Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten aus Quellen wie sozialen Medien. Behörden im gesamten Bundesland bilden nun Beamte darin aus, digitale Bedrohungen effektiver zu bekämpfen.
Das Projekt begann im September 2024 mit der Erweiterung des OSINT-Teams beim Landeskriminalamt (LKA). Was einst mit nur zwei Spezialisten startete, ist mittlerweile zu einer 16-köpfigen Abteilung angewachsen. Dazu gehören IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf die Verfolgung digitaler Gefahren konzentrieren.
Ein Jahr später gab das Programm „Digitale Streife“ weiteren Auftrieb. Fast 100 Beamte aus sechs Staatsschutzeinheiten schlossen sich der Initiative an, allein beim LKA entstanden zehn neue Stellen. Swen Schubert leitet das größte dieser Teams in Köln, wo mittlerweile 18 Beamte im Alter von 25 bis 52 Jahren an digitaler Überwachung arbeiten.
Ein zentraler Baustein der Offensive ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, Dozent an der Landesakademie für Ausbildung in Neuss, entwickelte einen zehnteiligen Online-Kurs, um OSINT-Kenntnisse zu standardisieren. Jannik Doktorowski, ein Kriminalbeamter aus Bielefeld, durchlief als einer der Ersten im Oktober 2025 die Schulung. Er berichtete von Fortschritten sowohl in der operativen Sicherheit als auch in der ermittlungstechnischen Expertise.
Fabian Coenen, Leiter der Abteilung 22.2 beim LKA Düsseldorf, erläuterte das Kernziel des Programms: die Bekämpfung von Terrorismus in digitalen Räumen. Sechs spezialisierte Einheiten bieten nun OSINT-Unterstützung an, insbesondere bei dringenden Einsätzen im Zusammenhang mit schnell eskalierenden politischen Ereignissen.
Durch die Expansion hat die nordrhein-westfälische Polizei ihre digitale Präsenz deutlich gestärkt. Beamte erhalten strukturierte Schulungen, während größere Teams Online-Bedrohungen systematischer überwachen. Die Initiative soll sicherstellen, dass die Strafverfolgungsbehörden in einer zunehmend digitalisierten Welt den Anschluss nicht verlieren.






