Wie Volkswagen seine globale Logistik in 20 Jahren revolutionierte
Emilia NeumannWie Volkswagen seine globale Logistik in 20 Jahren revolutionierte
Volkswagen-Konzern hat seine Logistik in den vergangenen zwei Jahrzehnten revolutioniert – und dabei seine globale Präsenz massiv ausgebaut. Unter der Führung von Thomas Zernechel, der seit 2004 die Konzernlogistik leitet, hat sich die Abteilung zu einer strategischen Säule entwickelt, die komplexe Lieferketten steuert und auf Spitzentechnologie setzt. Trotz wachsender Herausforderungen – mehr Marken, Modelle und internationale Märkte – gelang es der Gruppe, die Logistikkosten stabil zu halten und gleichzeitig die Liefergeschwindigkeiten zu erhöhen.
Die Dimensionen der Volkswagen-Logistik sind beeindruckend: Täglich bewegt das Unternehmen rund 180 Millionen Bauteile und 40.000 fertige Fahrzeuge. Hinzu kommen Millionen Lkw-Transporte, 100.000 Zugladungen und 250.000 Seecontainer pro Jahr. Über 2,3 Millionen Fahrzeuge werden jährlich mit RoRo-Schiffen transportiert – ein Beleg für das enorme Volumen der globalen Aktivitäten.
Seit 1997 hat der Konzern seine Produktionsstandorte dramatisch ausgeweitet: Heute verteilt sich die Fertigung auf 120 Werke in mehr als 30 Ländern. Die Zahl der Marken unter dem Volkswagen-Dach hat sich mehr als verdoppelt – von fünf auf zwölf, darunter Luxus- und Nutzfahrzeugsparten –, während die Modellpalette von 100 auf über 300 angewachsen ist. Bis 2016 hatte die Region Asien-Pazifik Europa als größten Absatzmarkt überholt und damit eine Verschiebung der strategischen Ausrichtung eingeleitet.
Um dieses Wachstum zu bewältigen, hat die Logistik ihre Strukturen grundlegend modernisiert: Liefernetzwerke wurden neu organisiert, Marken enger verzahnt und Verpackungsmüll reduziert. Durch den Aufbau von Crossdocking-Zentren ließen sich Materiallieferungen beschleunigen, während digitale Innovationen eine Schlüsselrolle spielten. Automatisierte Transportfahrzeuge, RFID-Tracking und Blockchain-Systeme erhöhten die Transparenz. Seit 2020 kommen KI-gestützte Plattformen und autonome Lagerroboter zum Einsatz, die Echtzeitüberwachung und selbstorganisierende Prozesse ermöglichen.
Aktuell führt Volkswagen das System "Discovery" ein, eine cloudbasierte Lösung, die Transportbenachrichtigungen zwischen Konzern, Zulieferern und Logistikpartnern standardisiert. Die Automatisierung soll Verzögerungen minimieren und die Abstimmung entlang der Lieferkette verbessern.
Die Umstellungen haben es Volkswagen ermöglicht, den Logistikanteil an den Gesamtfahrzeugkosten konstant zu halten – trotz längerer Transportwege und steigender Komplexität. Kürzere Lieferzeiten und höhere Effizienz stützen heute ein Produktionsnetzwerk, das sich über Kontinente erstreckt. Mit dem Fokus auf digitale und automatisierte Lösungen prägt der Konzern auch künftig seine Logistikstrategie.






