Wie Berufspausen und Teilzeit die Rente langfristig schmälern können
Emilia NeumannWie Berufspausen und Teilzeit die Rente langfristig schmälern können
Arbeitsunterbrechungen können langfristige Folgen für die spätere Rente haben – selbst kurze Auszeiten mindern das Einkommen, was zu geringeren Beitragszahlungen und weniger Rentenpunkten führt. Über die Jahre summieren sich diese Lücken und können Rentnern tausende Euro an entgangenen Bezügen kosten.
Ein einjähriger Berufsausstieg bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro monatlich reduziert die spätere Rente um etwa 30 Euro pro Monat. Nach zwei Jahren verdoppelt sich der Verlust auf 60 Euro. Da diese Kürzungen über Jahrzehnte wirken, schmälern sie das gesamte Renteneinkommen spürbar.
Auch eine Reduzierung der Arbeitszeit wirkt sich aus: Wer von 40 auf 30 Wochenstunden wechselt, verliert etwa 25 Prozent der jährlichen Rentenpunkte. Besonders betroffen sind Frauen, die nach der Elternzeit oft in Teilzeit arbeiten – sie geraten leicht in die sogenannte "Rentenfalle": Sie sammeln weniger Punkte an und erhalten später niedrigere Auszahlungen.
Eltern können Kindererziehungszeiten geltend machen, doch diese werden nicht automatisch berücksichtigt. Pro Kind werden bis zu drei Erziehungsjahre anerkannt, wobei für jedes Jahr ein Rentenpunkt gutgeschrieben wird. Aktuell entspricht ein Punkt 40,79 Euro monatlich, ab Juli 2026 steigt der Wert auf 42,52 Euro. Bei vor 1992 geborenen Kindern beträgt der monatliche Anspruch für 2,5 Jahre (30 Monate) Erziehungszeit 101,98 Euro.
Auch unbezahlter Urlaub hat finanzielle Folgen: Nach vier Wochen ohne Gehalt stellen Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge ein – die Rentenansprüche ruhen. Um die Verluste auszugleichen, können freiwillige Zahlungen von 112,16 Euro monatlich oder ein Arbeitszeitkonto helfen, das Rentenniveau während eines Sabbaticals zu halten.
Rentenlücken durch Berufspausen oder Teilzeit führen zu dauerhaften Einbußen. Ohne gegensteuernde Maßnahmen können Rentner im Laufe ihres Lebens tausende Euro verlieren. Zwar mildern Kindererziehungszeiten und freiwillige Beiträge die Verluste – doch die Auswirkungen bleiben beträchtlich.






