Markus Söder steht 2023 vor dem Stockacher Narrengericht – ein historisches Fasnets-Spektakel
Mila VoigtFastnacht-Einladung für Söder auf die Narrenschafe - Markus Söder steht 2023 vor dem Stockacher Narrengericht – ein historisches Fasnets-Spektakel
Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, wird am 12. Februar 2023 vor dem Stockacher Narrengericht stehen. Das historische Ereignis ist erst das zweite Mal in der fast 675-jährigen Geschichte des Tribunals, dass ein amtierender bayerischer Regierungschef vor die Schergenrichter tritt.
Die Verhandlung findet am Schmotzigen Dunschtig (Fetter Donnerstag), in der Woche vor dem Rosenmontag, vor Publikum statt. Söder folgt damit den Spuren von Franz Josef Strauß, der 1979 vor demselben Gericht erschien. Die Narren bezeichnen Söder als politischen Wandelkünstler – mal als strenger 'Vater der Nation', mal als Social-Media-Star.
Das Stockacher Narrengericht, eine alte schwäbisch-alemannische Fasnets-Tradition, stellt öffentlichkeitswirksame Persönlichkeiten in humorvollen Scheinprozessen zur Schau. In diesem Jahr wurde Söder als 'neutrale Persönlichkeit' ausgewählt, um die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2023 nicht zu beeinflussen.
Söders Auftritt setzt eine seltene Tradition für bayerische Spitzenpolitiker fort. Die Veranstaltung verbindet Satire mit Spektakel und hält so einen Brauch lebendig, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Das Urteil wird, wie immer, scherzhaft ausfallen – aber mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.