Maria Happel und Paula Nocker: Mutter-Tochter-Duo zwischen Bühne und #MeToo
Leni SchröderMaria Happel und Paula Nocker: Mutter-Tochter-Duo zwischen Bühne und #MeToo
Maria Happel und ihre Tochter Paula Nocker teilen seit langem die Bühne – eine besondere Verbindung aus Familie und Schauspielkarriere. Beide Frauen haben bereits in gemeinsamen Theaterproduktionen mitgewirkt, doch jede verfolgt ihren eigenen künstlerischen Ansatz. Nun bereiten sie sich auf getrennte Rollen in bevorstehenden Wiener Aufführungen vor.
Happel, die mehr als die Hälfte ihres Lebens in Wien verbracht hat, trat kürzlich von ihrer Position am Reinhardt Seminar zurück. Nocker hingegen setzt sich weiterhin für Veränderungen in der Branche ein, insbesondere im Rahmen von Bewegungen wie #MeToo.
Maria Happels Beziehung zu Wien ist tief verwurzelt. Seit Jahrzehnten lebt sie in der Stadt und fühlt sich als „Wienerin mit Herz“. In ihrer Karriere inszenierte sie unter anderem ihre Töchter in verschiedenen Stücken, so auch 2010 in Der Weg ins Freie, wo sie gemeinsam mit Nocker auf der Bühne stand.
Erst vor kurzem gab Happel ihre Leitung des Reinhardt Seminars auf – eine Entscheidung, die auf Kritik zurückging, sie widme den Studierenden zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit. Derzeit probt sie für die Rolle der Frau Flott in Der heilige Falstaff am Burgtheater.
Ihre Tochter Paula Nocker bereitet sich unterdessen auf Mythen des Alltags vor, eine Koproduktion des Volkstheaters mit den Wiener Festwochen. Anders als ihre Mutter geht Nocker offen mit Kritik um und schätzt respektvolles Feedback. Happel hingegen liest negative Rezensionen grundsätzlich nicht.
Beide Schauspielerinnen legen Wert auf Ehrlichkeit in ihrer Beziehung, auch wenn diese mitunter frustrierend sein kann. Happel spricht offen über die Herausforderungen der Mutterrolle: Zwar bringen Mütter ihren Kindern das Wort „Nein“ bei – Missverständnisse lassen sich dadurch aber nicht immer vermeiden. Nocker, die sich für die #MeToo-Bewegung engagiert, ist überzeugt, dass die Branche weiterhin Reformen braucht.
Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen an Kritik und branchenspezifische Themen bleiben Happel und Nocker feste Größen in der Wiener Theaterszene. In dieser Spielzeit übernehmen beide neue Rollen – ein Balanceakt zwischen familiärer Zusammenarbeit und eigenständigen Karrieren.






