Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Experten warnen vor Exklusivität und Touristen-Ausgrenzung
Emilia NeumannEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Experten warnen vor Exklusivität und Touristen-Ausgrenzung
Pläne für Eintrittsgelder am Kölner Dom stoßen auf scharfe Kritik
Die Absicht, Besucher des Kölner Doms künftig ein Eintrittsgeld zahlen zu lassen, sorgt für heftige Kritik. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, nannte den Vorschlag "sehr problematisch". Sie warnte, dass eine solche Maßnahme den offenen Charakter der Kathedrale verändern und den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken könnte.
Der Kölner Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Er zählt zu den bekanntesten katholischen Kirchen weltweit. Die Verantwortlichen planen nun, in der zweiten Jahreshälfte ein Eintrittsgeld einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.
Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, argumentierte jedoch, dass ein Eintrittsgeld die Rolle des Doms für die Stadt beeinträchtigen könnte. Sie beschrieb das Bauwerk als "missionarisches Angebot der Kirche", das Gott ehren und alle Besucher inspirieren solle. Eine Gebühr, so ihre Befürchtung, könnte den Dom in eine exklusive Sehenswürdigkeit verwandeln – statt in ein gemeinsames Kulturerbe.
Die ehemalige Dombaumeisterin betonte zudem, dass die Größe des Doms in seiner Offenheit liege. Eine Eintrittsgebühr, so ihre Sorge, würde viele Besucher abschrecken und die Verbindung zur Öffentlichkeit schwächen.
Die Debatte um das Eintrittsgeld zeigt die Spannung zwischen finanziellen Notwendigkeiten und öffentlichem Zugang. Sollte die Gebühr eingeführt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für einen Ort, der lange für seine Zugänglichkeit gefeiert wurde. Die genauen Konditionen und der Zeitpunkt der Umsetzung stehen jedoch noch nicht fest.






