Klimaschutz-Fonds zweckentfremdet: Milliarden flossen in Haushaltslöcher statt in Infrastruktur
Emma BeckerEder wirft CDU und SPD vor, Versprechen zum Sonderfonds zu brechen - Klimaschutz-Fonds zweckentfremdet: Milliarden flossen in Haushaltslöcher statt in Infrastruktur
Ein Sondervermögen, das eigentlich dem Klimaschutz und der Infrastruktur dienen sollte, wurde stattdessen genutzt, um laufende Haushaltslücken zu schließen – das geht aus neuen Berichten hervor. Kritiker, darunter Ökonomen und Politiker, bezeichnen das Vorgehen als ein "mit Schulden finanziertes Taschenspielertrick". Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Frage, wie die Bundesregierung im vergangenen Jahr 24,3 Milliarden Euro aus dem Fonds in Form von Krediten verwendet hat.
Sowohl das ifo Institut als auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln kamen zu dem Ergebnis, dass der Großteil des Geldes – zwischen 86 und 95 Prozent – in die Deckung von Haushaltsdefiziten floss statt in neue Projekte. Die tatsächlichen Bundesinvestitionen, einschließlich des Sondervermögens, stiegen 2024 nur um zwei Milliarden Euro – kaum genug, um die Inflation auszugleichen. Für die Jahre 2024 und 2025 verfehlten die geplanten Investitionen aus dem Klimaschutz- und Transformationsfonds (KTF) die Ziele um 8,3 Milliarden Euro und lagen damit sogar unter dem Niveau von 2024.
Der Fonds war ursprünglich vom Bundestag unter einer Koalition aus Union, SPD und Grünen beschlossen worden. Die aktuellen Mittelvergaben, die von der heutigen CDU/CSU-SPD-Grünen-Koalition gesteuert werden, sehen für 2026 insgesamt 48,1 Milliarden Euro vor. Davon sind unter anderem 5,3 Milliarden für die Autobahn GmbH, 2,4 Milliarden für die Schiene, 2,7 Milliarden für den sozialen Wohnungsbau und 3,5 Milliarden für die Forschung vorgesehen.
Katrin Eder, Spitzenkandidatin der Grünen in Rheinland-Pfalz, warf der CDU und der SPD vor, ihr Versprechen gebrochen zu haben, den Fonds für zusätzliche Klimaschutz- und Infrastrukturinvestitionen zu nutzen. Sie warnte, die zweckentfremdete Verwendung des Geldes gefährde das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundesregierung. Daniela Schmitt, Spitzenkandidatin der FDP und Wirtschaftsministerin desselben Bundeslandes, unterstützte die Erkenntnisse der Institute und kritisierte die Handhabung des Fonds scharf.
Sowohl die Grünen als auch die FDP sind sich nun einig, dass die Regierung das Sondervermögen nicht wie vorgesehen eingesetzt hat.
Der Fonds sollte eigentlich mit frischen Investitionen Klimaschutz und Infrastruktur stärken. Doch der Löwenanteil der 24,3 Milliarden Euro, die 2023 als Kredite bereitstanden, floss in die Deckung bestehender Haushaltsdefizite. Da die geplanten Ausgaben für 2026 bereits verteilt sind, wird die Debatte über die sinnvolle Verwendung des Sondervermögens voraussichtlich weitergehen – sowohl in politischen als auch in wirtschaftswissenschaftlichen Kreisen.






