Hamburgs Kreuzfahrtboom bringt Rekordzahlen und neue Herausforderungen für die Umwelt
Emilia NeumannHamburg bleibt Deutschlands größter Kreuzfahrthafen - Hamburgs Kreuzfahrtboom bringt Rekordzahlen und neue Herausforderungen für die Umwelt
Hamburg hat seine Position als Deutschlands führender Kreuzfahrthafen weiter gefestigt: 2023 wurden hier 1,4 Millionen Passagiere abgefertigt. Mit 295 Schiffanläufen verzeichnete die Stadt im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 100.000 Reisenden. Zudem verlängern immer mehr Touristen ihren Aufenthalt – ein Schub für die lokale Wirtschaft und den Tourismussektor.
Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die in Hamburg anlegen, steigt kontinuierlich. 2023 nutzten 162 Schiffe Landstrom – ein Anstieg um 25 Prozent gegenüber 2022. Bis 2024 sollen alle drei Kreuzfahrtterminals über diese Infrastruktur verfügen, womit die Stadt die EU-Emissionsvorgaben bereits vier Jahre vor Frist erfüllen wird.
Auch das Reiseverhalten der Passagiere hat sich gewandelt: Mittlerweile bleiben 38 Prozent mindestens eine Nacht in Hamburg – doppelt so viele wie 2016. Diese Gäste geben im Schnitt 133,59 Euro vor Ort aus, wobei 70 Prozent Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten oder kulturelle Attraktionen besuchen. Dennoch setzt die Branche nach wie vor stark auf fossile Brennstoffe, obwohl Forderungen nach nachhaltigeren Praktiken lauter werden.
Hamburgs Rolle als Startpunkt für neue Schiffe hat sich ebenfalls verändert. 2016 feierten hier drei Neubauten ihre Jungfernfahrt, doch die Zahlen sanken auf zwei pro Jahr, bis die Pandemie zwischen 2020 und 2022 alle Premierenfahrten stoppte. Seitdem haben vier neue Schiffe – darunter die Icon of the Seas und die Norwegian Viva – Hamburg für ihre erste Ausfahrt gewählt.
Die Umweltorganisation NABU beobachtet den Sektor seit 2011 und drängt auf geringere Emissionen. Zwar habe sich die Nutzung von Landstrom verbessert, doch die Organisation fordert weitere Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit.
Hamburgs Kreuzfahrtbranche wächst – mit mehr Schiffen, Passagieren und Übernachtungen. Die frühzeitige Einführung von Landstrom entspricht den EU-Zielen, doch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bleibt eine Herausforderung. NABU wird auch in den kommenden Jahren die Umweltauswirkungen der Branche weiter im Blick behalten.






