Großrazzia zerschlägt mutmaßlichen Schlepperring für osteuropäische Pflegekräfte
Emilia NeumannGroßrazzia zerschlägt mutmaßlichen Schlepperring für osteuropäische Pflegekräfte
Großrazzia gegen mutmaßlichen Schlepperring für osteuropäische Arbeitskräfte
Bei einer großangelegten Polizeiaktion ist ein mutmaßliches Schleppernetzwerk ins Visier geraten, das osteuropäische Arbeitskräfte nach Deutschland gebracht haben soll. Rund 100 Beamte durchsuchten im Rahmen der Ermittlungen sechs Objekte in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven.
Auslöser für die Razzia war die Ankunft eines belarussischen Staatsbürgers am Flughafen Hannover. Die Person verfügte zwar über ein polnisches Visum, besaß jedoch nicht die erforderlichen Arbeitsgenehmigungen für Deutschland. Den Behörden zufolge soll der Mann über eine lokale Vermittlungsagentur als Pflegekraft in Privathaushalten eingesetzt worden sein.
Drei deutsche Staatsbürger – eine 53-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 57 und 30 Jahren – gerieten unter Verdacht. Ihnen wird vorgeworfen, die Agentur betrieben zu haben, die etwa 170 Pflegekräfte ohne angemessene Bezahlung oder Sozialabgaben vermittelt haben soll. Den Ermittlern zufolge wurden zudem Mindestlöhne vorenthalten und Sozialversicherungsbeiträge veruntreut oder einbehalten.
Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Die Aktion ist Teil einer umfassenderen Untersuchung zum gewerbsmäßigen Einschleusen von Staatsbürgern aus Osteuropa in das Land.
Die Beschuldigten werden weiterhin wegen Arbeitsausbeutung und finanzieller Unregelmäßigkeiten ermittelt. Die Polizei prüft derzeit das Ausmaß des Netzwerks sowie die Anzahl der betroffenen Arbeitskräfte. Sobald die Beweisauswertung abgeschlossen ist, könnten Anklagen folgen.
