31 December 2025, 15:14

Greifswalder Verein umgeht Guthabenkarten-Regeln mit Gutschein-Trick für Asylsuchende

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Geschäft und hält Schilder und Plakate hoch, mit einer Säule und Lichtern auf dem Dach im Hintergrund.

Geld für Asylbewerber von Verein in Greifswald - Greifswalder Verein umgeht Guthabenkarten-Regeln mit Gutschein-Trick für Asylsuchende

Guthabenkartensystem für Asylsuchende: Hilfsverein in Greifswald umgeht Beschränkungen

In ganz Deutschland wurde ein Guthabenkartensystem für Asylbewerber eingeführt, um Bargeldzahlungen und Bürokratie zu reduzieren. Das System soll zudem verhindern, dass Geld ins Ausland transferiert wird. Doch eine lokale Initiative in Greifswald hat einen Weg gefunden, die Einschränkungen zu umgehen – indem sie Gutscheine gegen Bargeld eintauscht.

Das System ist seit dem Sommer flächendeckend in Kraft und hat allein in Mecklenburg-Vorpommern bereits über 7.000 Karten ausgegeben.

Die Karte erlaubt nur Bargeldabhebungen von maximal 50 Euro pro Person und Monat. Online-Einkäufe und Banküberweisungen sind komplett gesperrt. Diese Regeln sollen verhindern, dass Geld in die Herkunftsländer der Asylsuchenden zurückfließt.

Trotz der Beschränkungen gibt der Verein Greifswald Hilft offen zu, Gutscheine gegen Bargeld zu tauschen. Asylbewerber kaufen mit ihren Guthabenkarten in Geschäften Gutscheine, die sie dann in den Räumen der Initiative gegen Bargeld eintauschen. Der Verein argumentiert, das Kartensystem selbst sei verfassungswidrig.

Die Landesbehörden in Schwerin haben bisher keine Hinweise auf einen flächendeckenden Missbrauch gefunden. Das Innenministerium betont, das System diene der Vereinfachung der finanziellen Unterstützung und solle Deutschland als Ziel für Asylanträge weniger attraktiv machen.

Die Aktionen der Gruppe untergraben gezielt den Zweck des Systems, Transaktionen weitgehend bargeldlos abzuwickeln. Bisher wurden jedoch keine rechtlichen Schritte gegen den Verein eingeleitet.

Das Guthabenkartensystem bleibt bestehen – mit strengen Limits für Bargeldzugriffe. Über 7.000 Asylsuchende in der Region sind mittlerweile auf die Karte für ihren täglichen Bedarf angewiesen. Unterdessen führt Greifswald Hilft die Gutscheintauschaktionen fort und bezeichnet die Beschränkungen als ungerecht und rechtlich fragwürdig.