NPD-Marsch in Braunschweig löst vor dem 1. Mai massive Gegenproteste aus
Emilia NeumannNPD-Marsch in Braunschweig löst vor dem 1. Mai massive Gegenproteste aus
Ein Neonazi-Aufmarsch der NPD in Braunschweig hat vor den Maifeierlichkeiten für Spannungen gesorgt. Die geplante Route führt an zentralen Orten vorbei, darunter der DGB-Gewerkschaftssitz und ein Familienfest, was Befürchtungen einer gezielten Provokation weckt. Gewerkschaften und antifaschistische Gruppen haben bereits erweiterte Gegenproteste angekündigt.
Der Hamburger Landesverband der NPD bezeichnet die Veranstaltung als "Tag der deutschen Arbeit" – in Anlehnung an die nationalsozialistische Erklärung des 1. Mai als Feiertag im Jahr 1933. Ihr Marsch ist unmittelbar im Anschluss an die traditionelle Maikundgebung des DGB geplant, ein Vorgehen, das Kritiker als kalkulierten Versuch werten, die friedlichen Versammlungen zu stören.
Die Route führt die Teilnehmer am DGB-Gewerkschaftshaus vorbei – ein Ort von symbolischer Bedeutung – und durch den Bürgerpark, wo das "Internationale Familienfest" der Gewerkschaft stattfindet. Die Grünen verurteilten die Wahl der Strecke als "bewusste Einschüchterungstaktik" gegenüber den Festbesuchern.
Als Reaktion hat der DGB sein Protestprogramm ausgeweitet. Nun soll vor dem Gewerkschaftshaus eine Kundgebung stattfinden, und der Demonstrationszug wird über das ursprünglich geplante Ende hinausgehen. Malte Stahlhut von der IG Metall erklärte: "Wir werden in der Überzahl sein. Wir sind viele."
Frühere rechtsextreme Aktivitäten in Braunschweig stießen bisher auf geringe Resonanz. Im vergangenen Monat versammelten sich bei einem "Reichsbürger"-Treffen nur etwa 300 Teilnehmer, während antifaschistische Gegenproteste rund 600 Menschen mobilisierten. Die Stadt gilt nicht als Hochburg der Rechten – bei den Kommunalwahlen 2021 erreichte die AfD lediglich 4 Prozent der Stimmen.
Trotz Widerstand wird der NPD-Marsch stattfinden. Gewerkschaften und Aktivisten bereiten eine sichtbare Gegenpräsenz vor, während die Behörden die Lage überwachen, wenn sich beide Seiten am 1. Mai in Braunschweig gegenüberstehen.






