Frei warnt vor AfD-Erfolgen und kündigt Reformen für Wirtschaft und Rente an
Emilia NeumannFrei warnt vor AfD-Erfolgen und kündigt Reformen für Wirtschaft und Rente an
Thorsten Frei, Kanzleramtsminister unter Bundeskanzler Olaf Scholz, hat die Stärke der schwarz-roten Koalitionsregierung betont. In einem aktuellen Interview ging er auf die wachsende Unterstützung für die rechtspopulistische AfD ein und skizzierte gleichzeitig zentrale Reformen, die Wirtschaft und öffentliche Dienstleistungen stabilisieren sollen.
Frei bezeichnete die jüngsten Umfragen, die der AfD einen Vorsprung vor den Regierungsparteien bescheinigen, als „Weckruf“. Zwar räumte er ein, dass die Ergebnisse alarmierend seien, betonte jedoch, sie würden die Koalition antreiben, noch intensiver an besseren politischen Lösungen zu arbeiten.
Zu den geplanten Maßnahmen zählte er Steuersenkungen für Unternehmen, die Einführung einer „aktiven Rente“ sowie die Abschaffung des Bürgergelds als Grundsicherung. Diese Schritte, so Frei, würden im Rahmen der geplanten Einkommensteuerreform eine spürbare Entlastung für möglichst viele Bürger bringen.
In den Bereichen Gesundheitsversorgung, Pflege und Renten unterstrich Frei die Dringlichkeit schneller Entscheidungen in den kommenden Wochen. Die Gesundheitsreform ziele darauf ab, die Beitragssätze stabil zu halten und sicherzustellen, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen. Kritik der AfD an der Neuverschuldung wies er zurück: Die Sicherung der nationalen Sicherheit rechtfertige die finanziellen Anstrengungen.
Obwohl Frei die Notwendigkeit von Kompromissen innerhalb der Koalition anerkannte, warnte er davor, sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu beschränken. Eine erneute Aussetzung der Schuldenbremse schloss er aus – selbst angesichts der Spannungen im Zusammenhang mit der Iran-Krise – und bekräftigte damit den Kurs der Haushaltsdisziplin.
Die Koalition konzentriert sich nun darauf, Reformen umzusetzen, die öffentliche Sorgen aufgreifen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität wahren. Mit Steuersenkungen, Rentenanpassungen und Veränderungen im Gesundheitswesen will die Regierung das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen, bevor der nächste Wahlkampf beginnt.






