Erstes E-Methanol-Werk in Dänemark ebnet Weg für deutsche E-Kraftstoffproduktion
Leni SchröderErstes E-Methanol-Werk in Dänemark ebnet Weg für deutsche E-Kraftstoffproduktion
Vertreter der TU Bergakademie Freiberg und der CAC ENGINEERING GmbH haben das weltweit erste industriell betriebene E-Methanol-Werk im dänischen Kassø besichtigt. Die Reise markiert einen wichtigen Schritt für den Ausbau der deutschen E-Kraftstoffproduktion – aktuell laufen die Planungen für das erste industrielle E-Fuel-Werk des Landes in Niedersachsen.
Die Anlage in Kassø stellt erneuerbares Methanol unter Nutzung grüner Energie her, das anschließend in der Freiberger Syntheseanlage zu klimaneutralem Kraftstoff weiterverarbeitet wird. Erstmals wurden am Pilotstandort fast 23.000 Liter klimaneutrales Benzin aus E-Methanol produziert. Das Projekt hat bereits 253.700 Liter nachhaltigen Kraftstoff an Partner ausgeliefert und strebt bis 2026 eine CO₂-Einsparung von bis zu 90 Prozent über die gesamte Wertschöpfungskette an.
Professor Martin Gräbner, der die Anlage leitet, bezeichnete den Einsatz von E-Methanol als "zukunftsweisenden Meilenstein" für die Großserienproduktion. Das E-Methanol wird aus biogenem CO₂ und grünem Wasserstoff hergestellt – beide Prozesse werden mit Ökostrom betrieben. Für Anfang 2026 ist eine weitere Testkampagne geplant, um größere Mengen Benzin für die Kraftstoffforschung und Fahrzeugtests bereitzustellen.
Der Besuch erfolgte im Rahmen des DeCarTrans-Projekts, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert wird. Neben Kassø entstehen weltweit vier weitere industrielle E-Methanol-Anlagen: der e-Methanol-Hub im Oman, das Portland Renewable Fuels Project in Australien (unter Leitung von Thyssenkrupp Uhde und HAMR Energy), eine Anlage des Unternehmens Greenlyte in Marl, Deutschland, sowie ein weiteres, noch nicht näher benanntes Projekt in Australien.
Die Zusammenarbeit mit Kassø bildet die Grundlage für German eFuel One, das erste industrielle E-Kraftstoffwerk Deutschlands in Niedersachsen. Mit dem Ziel, 90 Prozent weniger CO₂ im Vergleich zu fossilem Benzin auszustossen, soll das Projekt den Umstieg auf nachhaltige Verkehrskraftstoffe beschleunigen. Weitere Tests und der Ausbau der Kapazitäten sind für die kommenden Jahre vorgesehen.