Emmendingen plant Kürzungen im Abendbusverkehr – Gemeinden müssen reagieren
Leni SchröderEmmendingen plant Kürzungen im Abendbusverkehr – Gemeinden müssen reagieren
Der Landkreis Emmendingen hat angesichts wachsender Haushaltsbelastungen Kostensenkungsmaßnahmen für den lokalen Nahverkehr vorgeschlagen. Die steigenden Betriebskosten übertreffen die früheren Prognosen deutlich – selbst nach den jüngsten Aufwertungen der Bus- und Bahnverbindungen.
Um Ausgaben zu reduzieren, schlägt die Verwaltung vor, die Abendbusverträge auf Entwicklungslinien ab 20 Uhr zu streichen. Dadurch ließen sich jährlich etwa 100.000 Euro einsparen, allerdings wären Gemeinden wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim betroffen. Nun müssen die örtlichen Gemeinderäte entscheiden, ob sie diese Verbindungen weiter finanzieren oder den Betrieb vorzeitig einstellen.
Ein Mobilitätspass zur Einnahmensteigerung wurde geprüft, aber wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Bedenken verworfen. Radikalere Optionen – wie die vollständige Einstellung aller Busse nach 22 Uhr oder die Reduzierung taktvoller Linien – wurden diskutiert, aber nicht empfohlen.
Der Landkreis plant, den lokalen ÖPNV und den Schülerverkehr 2026 mit rund neun Millionen Euro zu bezuschussen. Durch weitere Optimierungen im Schul- und Linienbusverkehr könnten bis 2027 zusätzliche 200.000 Euro eingespart werden. Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni beraten, die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 20. Juli. Eine Verkehrsuntersuchung 2027 soll dann die Grundlage für mögliche Streichungen ab 2028 liefern.
Ziel der Vorschläge ist es, die Haushaltszwänge mit dem Erhalt grundlegender Verkehrsangebote in Einklang zu bringen. Die Kommunen haben das letzte Wort bei der Finanzierung der Abendbusse. Anhand künftiger Erhebungen will der Landkreis weitere Anpassungen vornehmen.
