31 March 2026, 14:22

Eltern und Erzieher protestieren gegen Kita-Reformen in NRW: "Wir sind sprachlos"

Plakat für die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri, das eine Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung in Not zeigt, mit Text oben und unten.

Eltern und Erzieher protestieren gegen Kita-Reformen in NRW: "Wir sind sprachlos"

Dutzende Eltern, Erzieherinnen und Kinder haben sich in Lennestadt versammelt, um gegen die geplanten Kita-Reformen in Nordrhein-Westfalen zu protestieren. Die Kundgebung vor dem St.-Josef-Kindergarten in Saalhausen richtete sich gegen steigende Kosten, Personalmangel und die Befürchtung, dass sich durch die geplanten Änderungen die Betreuungsqualität weiter verschlechtern wird.

Rund 50 Demonstranten trafen sich unter dem Motto "Wir sind sprachlos", organisiert vom Trägerverbund WIR-KITAs. Ihre Hauptsorgen gelten explodierenden Energiekosten und einem eklatanten Personalmangel, der bereits jetzt verhindere, dass die Bedürfnisse der Kinder ausreichend erfüllt werden könnten. Vanessa Frankenthal, Leiterin der Einrichtung, warnte, dass die Unterbesetzung den Betreuungsalltag bereits heute beeinträchtige.

Die Reformen sind Teil des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) und stehen seit Januar in der Kritik, weil sie die Inflation nicht ausreichend berücksichtigen. Besonders umstritten ist das neue Modell aus "Kern- und Randzeiten", das nach Ansicht von Kritikern aus der Sauerland-Region die Betreuungsqualität weiter verschlechtern werde. Sollten die Pläne umgesetzt werden, treten die Änderungen ab dem kommenden Jahr in Kraft.

Die Landesregierung hat zwar für das anstehende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt. Dennoch bleibt die Verärgerung groß: 47 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen haben sich öffentlich gegen die Pläne ausgesprochen. Weitere Proteste sind für den 5. April in Köln, Düsseldorf, Dortmund und Münster angekündigt.

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Der Protest in Lennestadt ist nur der jüngste in einer wachsenden Welle des Widerstands gegen die KiBiz-Reformen. Mit weiteren Demonstrationen im Blick halten Kita-Träger weiterhin dagegen – aus ihrer Sicht sind die Mittel zu knapp und die Rahmenbedingungen werden immer schlechter. Die zugesagten zusätzlichen Gelder der Landesregierung haben wenig dazu beigetragen, die Sorgen über Personalmangel und steigende Betriebskosten zu lindern.

Quelle