24 March 2026, 18:15

Deutschland will soziale Medien für Kinder unter 14 verbieten – nach Vorbild Frankreichs und Australiens

Balkendiagramm, das die Anzahl der sozialen Medienplattformen in Schweden von 2016 bis 2017 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland will soziale Medien für Kinder unter 14 verbieten – nach Vorbild Frankreichs und Australiens

Deutschland drängt auf strengere Kontrollen beim Zugang von Kindern zu sozialen Medien. Der Vorstoß folgt jüngsten Verboten in Australien und Frankreich, wobei nun auch deutsche Bundesländer wie Niedersachsen ähnliche Einschränkungen fordern. Behörden setzen sich zudem für EU-weite Altersüberprüfungen ein, um junge Nutzer vor süchtig machenden Algorithmen und schädlichen Inhalten zu schützen.

Im November 2025 hatte das Europäische Parlament die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, soziale Medien für Kinder unter 13 Jahren zu verbieten. Australien hatte bereits zuvor ein globales Beispiel gesetzt, indem es den Zugang für unter 16-Jährige noch im selben Jahr einschränkte. Die französische Nationalversammlung beschloss daraufhin ein Verbot für unter 15-Jährige, das ab September 2026 in Kraft treten soll, während Dänemark stattdessen auf eine elterliche Zustimmungspflicht setzte.

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Innerhalb Deutschlands treibt die Landesregierung Niedersachsens nun ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 14 Jahren voran. Ministerpräsident Olaf Lies warnte, dass Minderjährige schutzlos den süchtig machenden Gestaltungsmerkmalen der Plattformen ausgesetzt seien. Er betonte die Notwendigkeit stärkerer Schutzmechanismen, darunter altersgerechte Inhalte und Beschränkungen für KI-gesteuerte Empfehlungen.

Auf Bundesebene schlug die Europaministerin Melanie Walter ein europaweites System zur Altersverifikation vor. Der Plan sieht vor, die EU-Digital-Identity-Wallet (EUDI) für datenschutzkonforme Überprüfungen zu nutzen. Da viele soziale Medien ihren Sitz in Irland haben, setzt sich die Bundesregierung zudem für schärfere EU-Regelungen ein, um einen einheitlichen Jugendschutz in allen Mitgliedstaaten zu gewährleisten.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden soziale Medien verpflichten, zuverlässige Alterskontrollen einzuführen. Bei einer Umsetzung würden die Regeln den Zugang für jüngere Teenager beschränken und süchtig machende Algorithmen aus ihren Feeds entfernen. Der Vorstoß spiegelt die wachsende Sorge über die Auswirkungen unregulierter sozialer Medien auf Minderjährige in ganz Europa wider.

Quelle