22 March 2026, 02:13

BP beschleunigt Umstrukturierung: Ölpreise steigen, Lieferketten leiden unter Druck

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Anlagen für Ölkonzerne zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP beschleunigt Umstrukturierung: Ölpreise steigen, Lieferketten leiden unter Druck

BP treibt Umstrukturierung voran – Ölpreise steigen, Lieferketten geraten unter Druck

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der britische Energiekonzern BP beschleunigt seine weitreichende Umstrukturierung, während die Ölpreise in die Höhe schnellen und die Belastungen für die Lieferketten zunehmen. Das Unternehmen hat einen Desinvestitionsplan im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar bis 2027 angekündigt, wobei bereits mehr als die Hälfte davon umgesetzt wurde. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Spannungen und Arbeitskonflikte die Herausforderungen für den Energieriesen.

Anfang 2025 hatte BP ein umfassendes Restrukturierungsprogramm gestartet, um Kosten zu senken und sich an die Marktveränderungen anzupassen. Seither ist der Börsenwert des Konzerns um etwa 18 Prozent gesunken – von 95 Milliarden auf 78 Milliarden US-Dollar bis März 2026. Zu den Gründen für den Rückgang zählen schwankende Ölpreise, strengere Vorschriften für fossile Brennstoffe in Europa sowie die Konkurrenz durch Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien.

BP hat nun sein Sparziel für 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar erhöht. Mit dieser Maßnahme soll die finanzielle Stabilität gestärkt und die zukünftige Liquidität gesichert werden. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Verkauf von Vermögenswerten, darunter die Raffinerie in Gelsenkirchen.

Erst kürzlich einigte sich BP auf den Verkauf des Gelsenkirchener Werks, das jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, an die Klesch Group. Durch den Deal könnten bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten aus der Bilanz des Konzerns verschwinden. Rund 1.800 Mitarbeiter wechseln im Rahmen der Transaktion zum neuen Eigentümer.

Die Großbank HSBC reagierte auf den Raffinerieverkauf mit einer Heraufstufung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten". Zudem erhöhte sie das Kursziel für das Unternehmen und verwies dabei auf die finanzielle Entlastung durch die Desinvestition.

In den USA sieht sich BP unterdessen mit Arbeitskonflikten konfrontiert. Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der Whiting-Raffinerie in Indiana ausgeschlossen. Der Streit belastet die Betriebsabläufe zusätzlich, während sich der Konzern in einem sich rasant wandelnden Energiemarkt behaupten muss.

Die Ölpreise sind zuletzt stark angestiegen, mit Brent-Rohöl bei etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Auslöser für den Preisschub sind schwere Blockaden in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Um die Lieferketten zu entlasten, hat die US-Regierung den Jones Act für 60 Tage ausgesetzt und damit ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen amerikanischen Häfen zu transportieren.

BP setzt seine Umstrukturierung konsequent fort, wobei der Verkauf von Vermögenswerten und weitere Kostensenkungen im Mittelpunkt der Strategie stehen. Der Konzern steht weiterhin unter Druck durch sinkende Aktienwerte, geopolitische Instabilität und sich wandelnde Nachfrage im Energiesektor. Die Folgen dieser Maßnahmen werden seine finanzielle Zukunft und langfristige Ausrichtung in einem volatilen Markt entscheidend prägen.

Quelle